Umgestaltung Bezirksamtsgelände Fröbelstraße

Kleine Anfrage: KA-0484/VI

BV Wolfram Kempe, Linksfraktion

Das Bezirksamt wird um folgende Auskunft gebeten:

Nach dem Abriss des Hauses 10 auf dem Bezirksamtgelände Fröbelstraße, dem Sitz der BVV Pankow, wurde die so entstandene Freifläche zwischen den Häusern 7 und 6 – historisierend – wiederhergestellt. Die schon immer vorhandene Freifläche zwischen den Häusern 5 und 6 wurde ebenfalls historisierend umgestaltet. Nunmehr erfolgt ein Umbau der dazwischenliegenden Fläche unmittelbar vor dem Eingang zum Haus 6 inklusive der Anbringung vermeintlich historischer Kandelaber am Haus 6 selbst.

Vor diesem Hintergrund frage ich das Bezirksamt:

  1. Von wem und in wessen Auftrag wurden die Umgestaltung der Flächen zwischen den Häusern 5, 7 und 6 des Bezirksamtsgeländes Fröbelstraße geplant? Welches abstrakte planerische Ziel wurde dabei verfolgt?
  2. Welche Bezirksbehörde war an der Entwicklung dieser Pläne wie beteiligt, und von welchen grundsätzlichen Überlegungen ließ sich diese Behörde leiten?
  3. Welchem Gremium der BVV wurden die Umgestaltungspläne wann vorgelegt, und wie war das Votum dieses Gremiums?
  4. Wenn die Pläne keinem BVV-Gremium vorgelegt wurden, warum nicht?
  5. Was hat die Umgestaltung der genannten Flächen gekostet?

Antwort des Bezirksamts

Abteilung Finanzen, Personal und Umwelt

  1. Das Grundstück Fröbelstraße 16-18 unterliegt als Gesamtanlage den Schutzvorschriften des Denkmalgesetzes Berlin (DSchG Bln). Sie ist in der Denkmalliste Berlin verzeichnet. Seit Dezember 1997 liegt ein „Gartendenkmalpflegerisches Gutachten für die Außenanlagen des Bezirksamtes Prenzlauer Berg“ des Landschaftsarchitekturbüros SELMANAGIC vor. Dieses Gutachten beauftragte das Naturschutz- und Grünflächenamt des Bezirksamtes Prenzlauer Berg von Berlin auf der Grundlage der Bezirksamtsvorlage Nr. 72/93 mit Beschluss vom 25.5.1993. Mit der konkreten Planung wurde das Büro Lesniak, Landschaftsarchitekten und Ingenieure aus Potsdam, vom Amt für Umwelt und Natur beauftragt.
    Auf der Fläche vor dem Haupteingang Haus 6 soll entsprechend der historischen Belege und im Zuge der denkmalrechtlichen Sanierung ein Rondell in der Mitte des Platzes angelegt werden. Hinsichtlich der bisher dort befindlichen Skulptur, die aufgrund nicht gewährleisteter Standsicherheit im Sinne der Gefahrenabwehr abgebaut wurde, sind am 10. Juni 2009 zwischen der Unteren Denkmalschutzbehörde, dem Fachbereich Hochbau, dem Kulturamt, dem Künstler, dem AUN und dem Landschaftsarchitekten 2 mögliche Orte für die Wiedererrichtung abgestimmt worden:
    1. Die Skulptur wird in ihrer Längsachse ca. 2-4m verschoben und im Innenhof im Rondell platziert. Dafür wäre eine tragfähige Unterkonstruktion zu bauen, die einen Medientunnel entlastet.
    2. Die Skulptur findet auf dem Gelände des Bezirksamtes im Bereich des Eingangs Prenzlauer Allee, auf Höhe der Infotafel, einen neuen Standort.
  2. In den Planungs- und Genehmigungsprozess waren die Abteilung Kultur, Wirtschaft und Stadtentwicklung, Amt für Planen und Genehmigen, Untere Denkmalbehörde sowie das Amt für Bildung und Kultur und die Abteilung Jugend und Immobilien, Immobilienservice, Fachbereich Hochbau, einbezogen.
    Grundlage der Umgestaltung ist der denkmalrechtliche Bescheid der Unteren Denkmalschutzbehörde der Abteilung Stadtentwicklung.
  3. In der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Natur am 28.6.2007 wurde im Bericht des Bezirksamtes unter TOP 3 die Planung zur denkmalrechtlichen Umgestaltung der Freiflächen und Entsiegelungsmaßnahmen vorgestellt.
  4. Entfällt.
  5. Durch Fördermittel des JobCenters Pankow und des Landes Berlin sowie mit Mitteln des Bezirksamtes Pankow von Berlin stehen für die Maßnahme insgesamt 277.000 EUR zur Verfügung. Der Anteil des Bezirksamtes liegt bei 100.000 EUR.

Matthias Köhne