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Drs. IX-0454

Trainings und Schulungen zu Hilfe bei häuslicher Gewalt in Gemeinschaftsunterkünften anbieten

Gemeinsamer Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, Linke, SPD, CDU


Die BVV möge beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht, in Zusammenarbeit mit entsprechenden Trägern, kulturell sensible und sprachlich entsprechende Trainings und Schulungen anzubieten, die die Stärkung der Kenntnis und Durchsetzung von Rechten von Frauen in Gemeinschaftsunterkünften in Bezug auf den Umgang mit häuslicher Gewalt zum Ziel haben. Neben theoretischer Wissensvermittlung sollen dabei insbesondere praktische Hinweise und Übungen zur Einforderung und Durchsetzung dieser Rechte vermittelt werden. Dabei soll auch auf die Rechte und den Schutz von Kindern eingegangen werden.

Dabei soll das Bezirksamt mit den Betreiber*innen und Mitarbeiter*innen der Unterkünfte sowie den Bewohnerinnen kooperieren, um Formate zu finden, die umsetzbar und angemessen sind und die Bewohnerinnen tatsächlich erreichen. Im Rahmen einer solchen Schulung kann gleichzeitig ein Bild gewonnen werden, wie viele Frauen in Gemeinschaftsunterkünften Gewalterfahrungen machen.

Die Schulungsreihe kann beispielsweise an die im Auftrag des Bezirksamtes im Jahr 2019 durch den Verein Bora e.V. durchgeführte Schulungsreihe von Mitarbeiter*innen von sechs Flüchtlingsunterkünften zum Thema Häusliche Gewalt anknüpfen.

Außerdem soll das Bezirksamt auf die Träger von Sprach- und Integrationskursen zugehen, um die Vermittlung der Inhalte auch in diesen Kursen anzuregen.

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: gez. BV Almuth Tharan, BV Hannah Wettig, BV Bond, BV Aru, BV Drewitz, BV Göring

Linksfraktion: gez. BV BV Schlüter, BV Wechslberger

Fraktion der SPD: gez. BV Roland Schröder, BV Ulrike Rosensky

Fraktion der CDU: gez. BV Denise Bittner und die weiteren Mitglieder der CDU-Fraktion

Fraktion der FDP: gez. BV Dr. Thomas Enge, BV Sandra Milkereit

Begründung:

Häufig kennen geflüchtete Frauen ihre Rechte in Deutschland nicht im Detail und haben wenig Zugang zu Informationen über ihre Möglichkeiten diese durchzusetzen. Sie kommen in einer neuen Gesellschaft an und verbringen oft viel Zeit in den Gemeinschaftsunterkünften. Dabei kann es an dem Wissen fehlen, wie gesellschaftliche Strukturen und Hilfenetze in Berlin und Pankow funktionieren.

Eine Befragung im Auftrag des Bezirksamtes, um genauer Bedarfe und Vorstellungen von Mitarbeiter*innen im Umgang mit häuslicher Gewalt zu erfragen, hat unter anderem den Wunsch ergeben, dass die Betroffenen ermutigt werden für ihre Bedürfnisse einzustehen und ihre Erlebnisse zu teilen.