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Beachtung von Diversität bei den Förderentscheidungen zu Projekten aus dem Berliner Projektfond Kulturelle Bildung in Pankow

Kleine Anfrage: KA-0284/VIII

BV Ines Pohl, Linksfraktion

 

Das Bezirksamt wird um folgende Auskunft gebeten:

  1. Inwieweit kommt die Jury, die in Pankow über die Förderung von Projekten aus dem Projektfond Kulturelle Bildung entscheidet, in ihrer Funktion der auch sie betreffenben Aufgabe der  interkulturellen Öffnung/ ihres gesellschaftlichen Auftrags des Diversity nach? Sieht das Bezirksamt diesbezüglich Entwicklungspotenziale?
  2. Gibt es - mit Blick auf eine  diversitätssensible Förderentscheidung - eine Kooperati-on mit dem seit April 2017 vom Berliner Senat unter dem Dach der Kulturprojekte Berlin eingerichteten Berliner Projektbüro für Diversitätsentwicklung und der neu ge-gründeten Initative "Diversity in Arts and Culture", ansässig im Podewil? Wenn ja, wie sieht diese aus? Wenn nein, weshalb wird diese nicht als notwendig erachtet.
  3. Inwieweit wurden und werden explizit interkulturell oder transkulturell gedachte und geplante Projekte bei den Förderentscheidungen berücksichtigt?
  4. Welche Gründe sind es, die dazu führten, dass so wenige POC-KünstlerInnen/ KünstlerInnen mit einer Migrationsbiografie/ Migrant*innenselbstorganisatonen mit Projekten in Pankow gefördert wurden?
  5. Welche konkreten Kriterien führten dazu, dass der Antrag "Tanz als Empowerment" keine positive Förderentscheidung für das Jahr 2018 erhielt?

Antwort des Bezirksamts

Abt. Kultur, Finanzen und Personal

Zu 1.

Der Fachbeirat ist sich sehr darüber bewusst, dass ein gesamtgesellschaftliches Umdenken hin zu Chancengerechtigkeit und Diversitätssensibilisierung umfänglich gefördert werden muss und dass es in diesem Zusammenhang prinzipiellen Optimierungsbedarf gibt – in ganz Berlin, wie auch im Bezirk Pankow. Er sieht sich in diesem Zusammenhang als Entscheidungsgremium in seiner Verantwortung und berücksichtigt Fragen der Vielfalt in seinem Verfahren.
In den neuen Leitlinien des Projektfonds Kulturelle Bildung wurden diesbezüglich weiterführende Schwerpunkte aufgenommen, um diversitäre Teilhabegerechtigkeit explizit zu unterstützen. Diesen Auftrag nehmen wir auch als Bezirk Pankow ernst. Neben der Besetzung des Fachbeirates sollen in diesem Zusammenhang Vertreter*innen vielfältiger Herkunft und Ansätze verstärkt angesprochen werden.
Grundsätzlich wird auch in diesem Jahr ein breites Spektrum von Projekten verschiedener Ansätze, Sparten und Akteur*innen unterstützt werden.

Zu 2.

Das Amt für Weiterbildung und Kultur / Fachbereich Kunst und Kultur steht mit der Geschäftsstelle des Berliner Projektfonds stetig im Austausch. Das Berliner Projektbüro für Diversitätsentwicklung Diversity.Arts.Culture wurde um Unterstützung gebeten, um im Bezirk Pankow verstärkt für diversity-Kriterien im Kunst- und Kulturbereich zu sensibilisieren und Konsequenzen in der Umsetzung zu erarbeiten.
Insgesamt ist das Anliegen des Bezirks nicht nur eine weitere Öffnung der Förderlandschaft. Im Interesse steht eine grundsätzliche Verbesserung von Zugangs- und Partizipationsmöglichkeiten von bisher nicht erreichten Bevölkerungsgruppen im Bereich der Kunst- und Kulturszene.

Zu 3.

Mit der gewachsenen Antragslage wurden erfreulicherweise auch mehr diversitätsorientierte Projekte eingereicht. Insofern ist bei mindestens einem Drittel der bewilligten Vorhaben ein explizit interkultureller und inklusiver Ansatz impliziert. Bei mehr als der Hälfte aller bewilligten Projekte bemühen sich die Antragssteller*innen um eine grundsätzlich interkulturelle Öffnung der Zielgruppen.

Zu 4.

Der Fachbeirat ist sich sehr darüber bewusst, dass ein gesamtgesellschaftliches Umdenken hin zu Chancengerechtigkeit und Diversitätssensibilisierung umfänglich gefördert werden muss und dass es in diesem Zusammenhang prinzipiellen Optimierungsbedarf gibt – in ganz Berlin, wie auch im Bezirk Pankow. Er sieht sich in diesem Zusammenhang als Entscheidungsgremium in seiner Verantwortung und berücksichtigt Fragen der Vielfalt in seinem Verfahren.
In den neuen Leitlinien des Projektfonds Kulturelle Bildung wurden diesbezüglich weiterführende Schwerpunkte aufgenommen, um diversitäre Teilhabegerechtigkeit explizit zu unterstützen. Diesen Auftrag nehmen wir auch als Bezirk Pankow ernst. Neben der Besetzung des Fachbeirates sollen in diesem Zusammenhang Vertreter*innen vielfältiger Herkunft und Ansätze verstärkt angesprochen werden.
Grundsätzlich wird auch in diesem Jahr ein breites Spektrum von Projekten verschiedener Ansätze, Sparten und Akteur*innen unterstützt werden.

Zu 5.

Prinzipiell besteht auch mit einem diversitären Projektansatz kein Anspruch auf Förderung. Im Besonderen spielten bei den Entscheidungen der Mittelvergabe der Aspekt der Begegnung und des Miteinanders eine große Rolle, ebenso die Überzeugungskraft im Verhältnis der Gesamtantragslage. Vor dem Hintergrund eines die bereit stehende Fördersumme erheblich übersteigenden Antragsvolumens auch in diesem Förderverfahren konnten andere Bewerber*innen das Fachgremium inhaltlich und qualitativ mehr überzeugen.

*Migrant_innenselbstorganisatonen

 

Sören Benn
Bezirksbürgermeister