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Präventive Strategien an Pankower Schulen

Kleine Anfrage: KA-0569/VIII

BV Dr. Jaana Stiller, Linksfraktion

Das Bezirksamt wird um folgende Auskunft gebeten:

Schulen sind nicht nur Lernort für die Schüler*innen, sondern auch wesentliche Lebenswelt. Hier werden soziale Kontakte erlebt, aber auch Konflikte ausgetragen. Persönlich belastende Situationen - wie Probleme in der Familie oder Gewalt, Mobbing oder traumatische Ereignisse - spielen im Schulalltag der Schüler*innen eine große Rolle.

  1. Welche präventiven Strategien haben bzw. entwickeln Schulen im Umgang mit Problemen und schwierigen Situationen für Schüler*innen?
  2. Gibt es unterstütztende Maßnahmen bzw. Materialien von Seiten der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie im Hinblick auf Prävention? Wenn ja, welche?
  3. Welche Netzwerke bzw. Kooperationen bestehen zwischen Verwaltungsbereiche von Schule, Jugend und Gesundheit? Gibt es weitere unterstützende Netzwerke und Kooperationen?

Antwort des Bezirksamts

Abt. Schule, Sport, Facility Management und Gesundheit

Zu 1.:

Die Schulen erstellen Konzepte, die sie in das Schulprogramm integrieren, um auf schwierige Situationen abgestimmt zu reagieren. Diese sind vor allem ausgerichtet auf präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Gewalt, Mobbing, Sucht und auf Maßnahmen zur Förderung der Lernmotivation und Kommunikation aller Beteiligten. In jeder Schule gibt es ein schulisches Beratungsteam, dem ein*e Schulpsycholog*in und ein*e Sonderpädagog*in aus dem schulpsychologischen und inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentrum (Sibuz) zugeordnet ist und fallbezogen Eltern, Lehrkräfte und Schüler*innen berät.

Zu 2.:

Das Schulpsychologische und Inklusionspädagogische Beratungs- und Unterstützungszentrum (SIBUZ) Pankow unterstützt die Schulen der Region mit den schulischen Beratungsteams und bietet zahlreiche Fortbildungen und Studientage an, die sich mit präventiven Maßnahmen und deren Verankerung im schulischen Alltag befassen. Im Bereich der regionalen Fortbildung gibt es vielfältige Angebote für Schulkollegien und Lehrkräfte, die unterschiedliche Ansätze zur Vermeidung von Konflikten anbieten (z. B. gewaltfreie Kommunikation, Steigerung der Lernmotivation, Krisenteam-Fortbildung, Ausstellung „ECHT…!“).

Schulen können auf vielfältige Materialien zurückgreifen, die durch die Senatsverwaltung zur Verfügung gestellt werden. Exemplarisch können die Anti-Mobbing-Fibel, Gute gesunde Schule, Handreichung zu Schuldistanz und Schule ohne Rassismus genannt werden.

Zu 3.:

In Pankow gibt es eine langjährige und enge Kooperation zwischen dem Jugendamt, dem Schul- und Sportamt sowie der regionalen Schulaufsicht, die sich in Zusammenarbeit mit den Pankower Schulen vor allem mit der Vermeidung von Schuldistanz befasst. Ein weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist die erfolgreiche Gestaltung des Übergangs der Jugendlichen in eine Ausbildung.
Im Rahmen des Landesprogramms „Jugendarbeit an Berliner Schulen“ konnten an vier Schulen Schülerclubs eingerichtet werden.
Aus dem Landesprogramm „Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen“ werden 10 Grundschulen bzw. Förderzentren und vier Integrierte Sekundarschulen durch Schulsozialarbeiter*innen unterstützt. Dazu kommen zwei Grundschulen, an denen eine Schulstation installiert wurde.
Die Planungsraumkonferenzen in den einzelnen Bezirksregionen treffen sich mit den Schulen, kommunalen und freien Trägern der offenen Kinder- und Jugendarbeit, um die gemeinsame Arbeit abzustimmen.
Die Mitglieder der „Kooperation Jugend-Schule-Gesundheit“ treffen sich regelmäßig zum Austausch und zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit. Daraus entwickelte sich die interdisziplinäre Fallkonferenz (IFK), an der aus allen drei Bereichen Teilnehmende benannt sind und schwierige Einzelfälle beraten. In diese Arbeit ist das Helios-Klinikum Buch eng eingebunden.
Die Schulen nutzen zudem im unmittelbaren Umfeld gelegene Einrichtungen (Stadtteilzentren, Jugendfreizeiteinrichtungen u. a.), um die Lernangebote für Schüler*innen zu ergänzen und zu erweitern.

Dr. Torsten Kühne
Bezirksstadtrat