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Schimmel in Modularen Ergänzungsbauten (MEB)

Kleine Anfrage: KA-0663/VIII

BV Jurik Stiller, Linksfraktion

Das Bezirksamt wird um folgende Auskunft gebeten:

Gemäß übereinstimmender Pressemeldungen wurde im Modularen Ergänzungsbau (MEB) der Pankower Paul-Lincke-Grundschule ein Schimmelbefall festgestellt.

Vor diesem Hintergrund frage ich das Bezirksamt:

  1. Ist dem Bezirksamt der Schimmelbefall in der Paul-Lincke-Grundschule bekannt? Seit wann?
  2. Bei welchen (weiteren) MEBs der Pankower Schulen ist dem Bezirksamt ein Schimmelbefall bekannt? Seit wann?
  3. Welche Gründe haben aus Sicht des Bezirksamts in diesem und ggf. anderen Fällen zum Schimmelbefall geführt?
  4. Welche Maßnahmen hat das Bezirksamt ergriffen/ergreift das Bezirksamt, um den Schimmelbefall zu beseitigen?
  5. Welche Maßnahmen hat das Bezirksamt ergriffen/ergreift das Bezirksamt, um Schimmelbefall in MEBs der Pankower Schulen zukünftig wirksam zu vermeiden?

Antwort des Bezirksamts

Abt. Schule, Sport, Facility Management und Gesundheit

Vorbemerkung:
Bauherrin für alle Modularen Ergänzungsbauten (MEB) im Land Berlin ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (SenSW), Abteilung Hochbau. Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) wurde ein Typenentwurf für Erweiterungsbauten auf Schulstandorten entwickelt. Die MEB bestehen aus einem Grundmodul von 12 bis 24 Klassenräumen. Sie werden seriell vorfabriziert und können innerhalb von 15 Monaten errichtet werden.

Zu 1.-5.:

Das Bezirksamt erhielt durch die Bestandsanzeige der Paul-Lincke-Schule am 13.8.2019 seinerseits Kenntnis von einem Vernässungsschäden im MEB mit Schimmelbildung.

Derzeit ist nur der MEB an der Paul-Lincke-Schule von Vernässungsschäden betroffen. Von den im Bezirk Pankow mittlerweile 22 errichteten MEBs, davon befinden sich derzeit zwei im Bau, sind bei 2 weiteren MEBs in der Vergangenheit Vernässungsschäden aufgetreten, wodurch es in der Folge auch zu Schimmelbildungen kam. Die entsprechenden Vernässungsschäden an der Klecks-Grundschule und Hagenbeck-Schule sind dem Bezirksamt im September 2017 bekannt geworden. An beiden Schulen wurden die betroffenen Teilbereiche (Erdgeschossbereiche) mittlerweile im laufenden Betrieb saniert. Seit der Übergabe am 30.7.2019 an den Bezirk nach erfolgter Sanierung sind keine Vernässungsschäden aufgetreten.

Ein Grund für den Schimmelbefall kann durch das Bezirksamt nicht mit Sicherheit benannt werden. SenSW als Bauherrin ist vom Bezirksamt um eine umfängliche Stellungnahme zu dem Schadensbild gebeten worden. Das Bezirksamt kann aus rechtlichen Gründen keine eigenen Gutachten in Auftrag geben. Die Sanierung der MEBs erfolgt im Rahmen der Gewährleistung der Herstellerfirma. Das Bezirksamt geht davon aus, dass Wasser aus dem Boden in das Gebäude eingedrungen ist, was zum Schimmelbefall führte. Die Ursachen dafür können vielfältig sein: Materialfehler, fehlerhafte Bauausführung, mangelnde Berücksichtigung von drückendem Grund- und Schichtenwasser, Starkregen, etc.

Durch das Bezirksamt wurden mehrere Mängelanzeigen an SenSW gerichtet. Als Nutzer hat das Bezirksamt versucht, durch umfangreiches Lüften die Schäden zu minimieren. Das Bezirksamt hat die Schäden umgehend an SenSW als Bauherrin gemeldet und zur Beseitigung des Schadens aufgefordert. Die Sanierung des MEB erfolgt wie bereits erwähnt im Rahmen der Gewährleistung der Herstellerfirma.

Um zukünftige Vernässungsschäden ausschließen zu können, hat das Bezirksamt wie bereits erwähnt SenSW um eine Stellungnahme bezüglich der Ursachen gebeten. Das Bezirksamt hat SenSW dazu eindringlich darum gebeten, die Vernässungsschäden gemeinsam mit der Herstellerfirma auszuwerten und die genauen Ursachen zu ermitteln. Wir haben als Bezirksamt höchstes Interesse daran, dass solche Schäden nicht erneut auftreten.


Dr. Torsten Kühne
Bezirksstadtrat