Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

34. Tagung der BVV

Drs. VIII-1224

Einrichtung einer Mädchen*beratungsstelle in Pankow

Gemeinsamer Antrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, der Gruppe der FDP und der Linksfraktion


Die BVV möge beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht, eine zentrale Mädchen*beratungsstelle zu schaffen und die räumlichen und personellen Voraussetzungen dafür sicherzustellen.

Die Schaffung einer niedrigschwelligen und anonymen Beratungsstelle im Bezirk soll Mädchen* und jungen Frauen* die Möglichkeit geben, sich unentgeltlich und anonym beraten und unterstützen zu lassen.

Das Bezirksamt wird zudem ersucht zu prüfen, ob eine Anbindung der Mädchenberatungsstelle am Standort eines Trägers der Kinder- und Jugendhilfe sinnvoll ist.

Begründung:

Mädchen*arbeit ist ein sehr wichtiger Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Die Träger, welche in Pankow reine Mädchen*arbeit anbieten wie auch gemischtgeschlechtliche Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, bieten Beratungsleistung an. Doch die Bedarfe der Mädchen* und jungen Frauen* sprengen den Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit aus vielerlei Hinsicht bei Weitem. Mit steigenden Bedarfen und unzureichend personeller Ressourcen, bedarf es neben diesen Angeboten einer zentralen bezirklichen Anlaufstelle, die diese Zielgruppen bei verschiedenen Bereichen unterstützt. Die beim Verein „Leben Lernen e.V.“ in Schöneberg angesiedelte Beratungsstelle für Mädchen* und junge Frauen* bietet eine Anlaufstelle für Mädchen* und junge Frauen* aus dem Bezirk an, die ein breites Angebot bietet. Die Mädchen*beratungsstelle in Schöneberg konnte 2019 ca. 1640 Beratungsgespräche verzeichnen und insgesamt 369 Mädchen* ab 12 Jahren/junge Frauen*/junge Mütter beraten.

In Pankow gibt es derweil keine niedrigschwellige und ambulante Beratungsstelle für Mädchen* und junge Frauen*. Zwar gibt es auf Landesebene existierende Beratungsstellen zu geschlechterspezifischen Themen (z.B. sexualisierte Gewalt, Essstörungen), doch werden diese von Mädchen* und jungen Frauen* nicht als niedrigschwellig wahrgenommen. Zudem setzen die existierenden themenspezifischen Beratungsangebotevoraus, dass die Mädchen* und jungen Frauen* bereits wissen, wozu sie einen Hilfs-/Unterstützungs-/Beratungsbedarf haben. Eine zentrale Stelle bietet die Möglichkeit einer allumfassenden Beratung, Unterstützung und ggfs. Vermittlung an andere Stellen und soll Bestandteil der Haushaltsberatungen 2022 sein.

Gerade der Bereich digitale Gewalt, zu welcher es bundesweit nur eine einzige Beratungsstelle gibt, ist von wachsender Bedeutung und könnte im Themenspektrum der Beratungsstelle aufgenommen werden.