Mobilität und Verkehr

Mobilität und Verkehr sind zentrale Themen der Bezirkspolitik. Hier finden Sie alle Anträge und Anfragen der Linksfraktion zum Thema Mobilität und Verkehr in Pankow, sowie alle Meldungen mit Themenbezug.

Straßenbahn zur Alten Schäferei

Drs. IX-0924

Das Bezirksamt wird beauftragt, bei der Überarbeitung des Masterplans „Alte Schäferei“ auf der Nordwestseite der Schönerlinder Straße („links“ in Fahrtrichtung Schönerlinde) ab der Hans-Schumacher-Str. eine mindestens 7 Meter breite Trasse für die Straßenbahn freizuhalten.

Ferner wird das Bezirksamt beauftrag, bei der Sen UMVK und der BVG im Zusammenhang mit der Planung der Verlängerung der Straßenbahnlinie 50 darauf hinzuwirken, daß

1. die Straßenbahn ab der Hans-Schumacher-Str. bis zu ihrem Endpunkt vollständig auf eigener Trasse neben der Schönerlinder Straße verläuft.

2. die Endstelle der Straßenbahn auf dem östlich der Schönerlinder Straße gelegen Hauptteil des Gewerbegebietes Buchholz Nord angeordnet wird.

3. die standardisierte NKU im Rahmen des Planfeststellungsverfahren die gesamte Verlängerung (inclusive eines Geplanten Umstiegs an einem S-Bahnhof Schönerlinder Str. und der Erschließung des Gewerbegebietes) betrachtet und nicht Teilabschnitte.

4. die Straßenbahntrasse ab der von Norden kommenden Abfahrt von der A114 auf einer eigenen Brücke, die auch einen Fußweg und eine Radverkehrsanlage aufnehmen kann, niveaugleich zur Straße über die A114 und den Berliner Außenring geführt wird.

5. die Realisierung der Verlängerung der Straßenbahnlinie 50 abschnittsweise erfolgt:

 A: bis zu einem provisorischen Kehrgleis hinter der Straße nach Arkenberge

 B: bis hinter dem Bahnhof Schönerlinder Straße

 C: bis zur Endhaltestelle auf dem Gewerbegebiet.

 

Einreichende: BV Wolfram Kempe, BV Maria Bigos, BV Maximilian Schirmer

 

Begründung:

Eine grundsätzliche ÖPNV-Erschließung des Neuen Stadtquartiers (NSQ) „Alte Schäferei“ durch einen sogenannten „Nordast der Straßenbahnlinie 50“, der die Haupterschließungsfunktion übernimmt, hat die BVV bereits mehrfach mit breiter Mehrheit beschlossen. Angesichts des Planungsfortschrittes des Bauvorhabens, scheint es hohe Zeit, sich über die Realisierung der Straßenbahn Gedanken zu machen.

Der Vorteil der Führung auf eigener Trasse gegenüber straßenbündiger Führung sowohl für die Straßenbahn als auch für den MIV (und heutigem Wirtschaftsverkehr) ist mittlerweile unbestritten. Insbesondere in Stadtrad- und Sonderlagen, wo unmittelbare Straßenanlieger oft nur sporadisch vorhanden sind, ist eine Realisierung m machbar und angezeigt. Die Schönerlinder Straße stadtauswärts ist ab der Hans-Schumacher-Straße (im Gegensatz zur anderen Straßenseite) nicht mehr bebaut. Bei der Weiterentwicklung des Masterplanes zu B-Plan ist hier entsprechend Vorsorge zu tragen.

Bei den Planungen ist neben einer Erschließung der „Alten Schäferei“ auch eine Erschließung des Gewerbegebietes „Buchholz Nord“ mitzudenken. Bei der gesetzlich standardisierten Nutzen-Kosten-Untersuchung ist daher der Umstieg an einem zukünftigen Bahnhof „Schönerlinder Straße“ als auch die ÖPNV-Erschließung des Gewerbegebietes miteinzubeziehen. Zumal beide Faktoren den Nutzen des Trassenneubaus noch einmal erheblich steigern dürften.

Das schwierigste Stück bei der Realisierung der Trassen ist die Überquerung von A114 und Berliner (Eisenbahn-)Außenring (BAR). Bei der Schönerlinder Straße ist dies durch einen Damm, der von zwei Brücken unterbrochen wird, gelöst. Eine aufgeständerte Brücke parallel und niveaugleich zur Straße erscheint hier als ökonomischste wenn auch nicht billigste Lösung.

Angesicht der objektiven Schwierigkeiten ist es angeraten, die gesamte Trasse in Teilstücken zu realisieren. In einem ersten, 1,6 km langen Teilstück könnte der Anschluß der „Alten Schäferei“ gebaut werden und über eine kurze Straßenbahnline „50A“ zwischen der (zukünftigen) Wechselstelle Masurenstraße und einer provisorischen Endstelle den Anschluß des NSQ an das U-Bahn-Netz (und die S-Bahn in Pankow) herstellen. In einem zweiten, 600 m langen Teilstück, daß auch abhängig ist von der Realisierung eines S-Bahnhofes, könnte das NSQ auf kurzem Wege ans S-Bahn-Netz angeschlossen werden. Und in einem dritten, 800 m langen Teilstück schließlich das Gewerbegebiet angeschlossen werden, was auch von der zukünftigen Ansiedlung dort abhängig ist.