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Erarbeitung eines Fachstellenkonzeptes

Kleine Anfrage: KA-0311/VIII

BV Christina Pfaff, Linksfraktion

 

Das Bezirksamt wird um folgende Auskunft gebeten:

Ein wichtiges Thema der 1. Berliner Strategiekonferenz zur Wohnungslosenhilfe am 10. Januar 2018 war die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche und Akteur*innen der Wohnhilfe.
Eine Anregung ist, durch Einrichtung einer bezirklichen Fachstelle für Wohnungsnotfälle bzw. Fachstelle für soziale Wohnhilfe die verschiedenen Abteilungen / Serviceeinheiten des Bezirksamtes zu koordinieren, die Zusammenarbeit mit den Jobcentern, vorhandenen Projekten / Vereinen sowie Wohnungsbaugesellschaften voranzutreiben und die Kräfte zu bündeln, um Wohnraum zu erhalten und Wohnraumverlust zu verhindern.
Ich frage das Bezirksamt:

  1. Beabsichtigt das Bezirksamt ein entsprechendes Fachstellenkonzept zu erarbeiten? Wenn ja, was sind die wesentlichen Inhalte?
  2. Wenn nicht, welche konzeptionellen Vorstellungen gibt es, die Ressourcen aus den einzelnen Abteilungen des Bezirksamtes zu bündeln?
  3. Wie soll die Zusammenarbeit des Bezirksamtes mit den verschiedenen Akteuren der Wohnhilfe und Wohnungslosenhilfe (bspw. Schuldner- und Insolvenzberatung, Trägern nach§§ 67 ff. SGB XII) verbessert werden?
  4. Welche Vorstellungen gibt es, in diesen Prozess das JobCenter Pankow stärker einzubinden?
  5. In welcher Art und Weise bringt sich das Bezirksamt in den Prozess der Erarbeitung der Berliner Leitlinien Wohnungslosenhilfe ein?

Antwort des Bezirksamts

Abt. Jugend, Wirtschaft und Soziales

Zu 1.

Im Sinne der konstruktiven Fortsetzung des Diskussionsprozesses der 1. Berliner Strategiekonferenz Wohnungslosenhilfe am 10.01.2018 erfolgte die Implementierung von neun themenbezogenen Arbeitsgruppen. Deren Ergebnisse sollen in der für September 2018 geplanten 2. Strategiekonferenz vorgestellt werden.
Mit dem Thema „Soziale Wohnhilfen in den Bezirken - Fachstellenkonzept“ befasst sich die Arbeitsgruppe 7. In diesem Zusammenhang werden gegenwärtig die aktuellen Arbeits- / Organisationsstrukturen und Schnittstellen der Berliner Bezirke im Bereich der Sozialen Wohnhilfen mit der Zielsetzung erfasst, daraus ein möglichst einheitliches und optimiertes Fachstellenkonzept für alle 12 Bezirke zu entwickeln.
Der Bezirk Pankow hat seine entsprechende Zuarbeit bereits geleistet. Zudem ist er mit einer Teilnehmerin in dieser Arbeitsgruppe vertreten und kann so an der Erarbeitung des einheitlichen Fachstellenkonzeptes und einer bedarfsgerechten gesamtstädtischen Strategie der Wohnungslosenhilfe konstruktiv mitwirken.
Zum wesentlichen Inhalt des Konzeptes wird die Prävention von Wohnraumverlust gehören.

Zu 2.

Entfällt, da Mitarbeit am Fachstellenkonzept erfolgt.

Zu 3.

Die Zusammenarbeit des Bezirksamtes mit den verschiedenen Akteuren der Wohnhilfe und Wohnungslosenhilfe ist durchaus zufriedenstellend. Bei Bedarf werden die Betroffenen durch den Allgemeinen Sozialdienst an die interdisziplinären professionellen Hilfen mit verbindlicher Terminvereinbarung vermittelt. Unter Beachtung datenschutzrechtlicher Vorgaben findet ein sachbezogener Informationsaustausch statt.

Zu 4.

Die Kommunikation zwischen Bezirksamt und Jobcenter findet auf mehreren Ebenen statt. Grundsätzliche Angelegenheiten werden in regelmäßig stattfindenden Besprechungen zwischen den Führungskräften des Sozialamtes und den Bereichsleiter*innen des Jobcenters besprochen. Daneben existieren verschiedene Arbeitsgruppen auf Mitarbeiter*innenebene wie z.B. „Netzwerk Asyl und Flucht in Pankow“ und psychosoziale Dienste, in denen u.a. ein Austausch zu Fragen der Wohnraumsicherung und der Unterstützung von Obdachlosen oder von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen erfolgt. Ein gemeinsamer Fachaustausch, der sich ausschließlich dem Thema Wohnen widmete, wurde ebenfalls durchgeführt. Einzelfälle werden unter Beachtung des Sozialdatenschutzes direkt (telefonisch oder per E-Mail) abgestimmt. Der gemeinsame Austausch soll weiterhin verstetigt werden. Nach Vorliegen des durch die Arbeitsgruppe 7 zu erarbeitenden Fachstellenkonzeptes (siehe Antwort zu 1.) ist geplant, die weitere Einbindung des Jobcenters über die Koordinierunsstelle SGB II mit der Geschäftsführung des Jobcenters zu besprechen.

Zu 5.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sollen in die neuen Berliner Leitlinien Wohnungslosenhilfe einfließen. Das Bezirksamt Pankow ist in den Arbeitsgruppen 5 „EU-Bürger*innen“ und 7 „Soziale Wohnhilfen in den Bezirken - Fachstellenkonzept“ ver-treten.

Rona Tietje
Bezirksstadträtin