Linksfraktion Pankow
Bericht 37. Tagung der BVV Pankow am 4. März 2026
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Liebe Leserinnen und Leser,
Am Abend des 4. März kam die Bezirksverordnetenversammlung Pankow zu ihrer 37. Tagung in der sich dem Ende neigenden Wahlperiode zusammen. An dem schönen, sonnigen Abend schien der Frühling nicht mehr fern. Die Sitzung war gut besucht, unter anderen von den vom Kellerbrand in der Stargarder Straße betroffenen Mieter*innen. Ihnen konnte in der Sitzung durch unsere Initiative endlich geholfen werden. Mehr dazu in dieser Ausgabe.
Die Sitzung war auch die erste, in der man deutlich den nahenden Wahlkampf merkte. Das ließ sich allein schon daran messen, wie häufig auf einmal die Bezirksverordneten der SPD den Namen ihres Direktkandidaten in Redebeiträge einfließen ließen. Der Preis für die größte Wahlkampf-Nummer des Abends geht aber an die CDU für ihren Versuch, die BVV und das Bezirksamt per Antrag darauf zu verpflichten, sich gegen einen möglichen Volksentscheid „Berlin autofrei“ zu positionieren.
Für uns ist klar, dass wir – unabhängig, was wir von Zielen und Maßnahmen des Volksbegehrens halten mögen – eine pauschale Positionierung gegen einen Volksentscheid als undemokratische Einflussnahme ablehnen. Wir freuen uns, dass die CDU (mit freudiger Unterstützung der AfD, die selbstverständlich mitstimmte) für ihren Auto-Kulturkampf keine Mehrheit in der BVV fand. Die Haltung der CDU reiht sich hier perfekt ein in ihre andauernde Ablehnung gegenüber einem anderen von der Mehrheit der Berliner*innen 2021 angenommenen Volksentscheid: Deutsche Wohnen und Co. enteignen.
Ebenfalls heute erschienen ist die neue Ausgabe des Fraktionsreports, unserer gedruckten Zeitung, die sie hier auf unserer Webseite lesen oder als PDF runterladen können.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Ihre Newsletter-Redaktion
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Jugendamt mauert weiterhin bei kritischen Nachfragen
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Ein Tiefpunkt der Sitzung am 4. März war leider das erneute Mauern des Bezirksamts beim Thema Hilfen zur Erziehung. Pankow droht eine Situation wie in Lichtenberg. Leistungen für stationäre Unterbringungen und ambulante Hilfen sind gesperrt, das heißt: Heimunterbringungen und Betreuungen in Akutsituationen werden gedeckelt. Finanziert wird erstmal nur, wer schon im System ist. Diese Leistungen sind allerdings feste Rechtsansprüche, die erbracht werden müssen, egal ob Pankow Geld hat oder nicht. Das weiß auch das Bezirksamt. Deshalb gilt auch die Ansage: Wenn das Geld nicht reicht oder neue Fälle dazukommen, muss das Geld aus anderen Titeln des Jugendamtes genommen werden – also aus der Familienförderung oder den Kinder- und Jugendfreizeitzentren.
In der BVV von unserer Fraktionsvorsitzenden Maria Bigos auf die Sperrung der Mittel für stationäre Hilfen zur Erziehung angesprochen, zeigte sich Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch (Grüne) überrascht. Offenbar wusste sie nichts von ihrer eigenen Weisung. Jugendstadträtin Rona Tietje (SPD) wiegelte hingegen ab: Dies sei im Rahmen der aktuellen Haushaltssperre „nichts Ungewöhnliches“. Die Träger müssten einfach einen zusätzlichen Antrag ausfüllen. Dabei pfeifen die Spatzen schon lange von den Dächern, dass das Fachpersonal im Jugendamt überlastet ist. Tietjes ausweichende Aussagen geben weiteren Grund zur Annahme, dass auch bei den vulnerabelsten Gruppen gekürzt wird. Wir werden nicht lockerlassen und weiter kritisch nachfragen.
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Kellerbrand in der Stargarder Straße: Die Mieter*innen unterstützen!
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Demonstration gegen Verdrängung in der Stargarder Straße, 6. März 2026.
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Nach einem Kellerbrand in der Stargarder Straße 73 sind rund 120 Mieter*innen seit Wochen ohne Strom, Wasser und Heizung – ihre Wohnungen sind unbewohnbar, zwei Gewerbe geschlossen. Und noch immer wurde mit der Reparatur des eigentlichen Schadens nicht begonnen. Der Verdacht liegt nahe, dass die Hausverwaltung die Gelegenheit zur Verdrängung der alteingesessenen Bewohner*innen nutzen will, um mit Wohnraum zu spekulieren. Der Fall zog berlinweit Aufmerksamkeit auf sich, mehrere Zeitungen berichteten.
Die Linksfraktion hat sich klar solidarisch mit den Mieter*innen erklärt und die Hausgemeinschaft bei der Sichtbarmachung und Durchsetzung ihrer Anliegen unterstützt.
Gemeinsam mit Bündnis 90/Die Grünen haben wir außerdem einen Antrag in der BVV eingebracht, der das Bezirksamt auffordert, Eigentümer und Hausverwaltung zur unverzüglichen Reparatur des Brandschadens zu bewegen und die Wiederherstellung von Strom- und Gasversorgung sicherzustellen. Informationen zur Instandsetzung müssen transparent, allgemeinverständlich und mit klarer Zeitschiene an die betroffene Hausgemeinschaft kommuniziert werden. Zudem soll geprüft werden, ob eine Zweckentfremdung von Wohnraum oder unzulässige Nutzungsänderungen vorliegen und ob die angekündigte umfassende Sanierung tatsächlich notwendig ist oder die Rückkehr der Mieter*innen unverhältnismäßig verzögert.
Darüber hinaus soll die bezirkliche Wohnungsaufsicht den Schaden bei einem Vor-Ort-Termin selbst begutachten und offene Haftungs- und Zuständigkeitsfragen klären. Besteht eine Verdrängungssituation, müssen wirksame Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Die betroffenen Mieter*innen sollen aktiv bei der Durchsetzung ihrer Rechte unterstützt werden – notfalls durch eine kurzfristige personelle Verstärkung der Wohnungsaufsicht. Niemand darf durch Verzögerungstaktiken sein Zuhause verlieren!
Ein Verzögerungsversuch der CDU-Fraktion, die die akute Notlage, die hier adressiert werden sollte, lieber in Ausschüsse überweisen wollte, scheiterte. Die Drucksache wurde danach mit großer Mehrheit ohne Änderungen von der BVV beschlossen. Wir freuen uns über das starke Signal der Unterstützung für die Mieter*innen!
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Kein Olympia in Pankow
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Olympische Spiele bergen enorme Kostenrisiken und binden finanzielle wie planerische Ressourcen, die Berlin und die Bezirke dringend an anderer Stelle benötigen. Angesichts der angespannten Haushaltslage wäre eine Bewerbung das falsche Signal. Wenn angeblich Gelder für Schwimmbäder und Schulen fehlen, lässt sich ein milliardenschweres IOC-Spektakel nicht rechtfertigen. Auch die vermeintlich positiven Nebeneffekte für Wirtschaft und Vereinssport sind wissenschaftlich nicht belegt, wie Dr. Jaana Stiller, sportpolitische Sprecherin der Linksfraktion, in der Sitzung eindrücklich ausführte.
Unsere Fraktion forderte daher in einem Antrag, dass sich Pankow klar gegen eine Bewerbung ausspricht. Das Bezirksamt soll keine Zuarbeiten leisten und sich nicht an Kampagnen beteiligen. Zudem sollen Pankower Sportstätten wie der im Umbau befindliche Jahn-Sportpark, die Max-Schmeling-Halle oder das Velodrom nicht für olympische Planungen herangezogen werden. Stattdessen sollen Sanierung und Ausbau der Sportinfrastruktur für Schul-, Vereins- und Freizeitsport oberste Priorität haben.
Unsere Initiative scheiterte leider in der BVV, in der sich alle Parteien von CDU und AfD bis SPD und Grüne als Pro Olympia outeten. Wenigstens wissen wir jetzt alle, woran wir sind. Wir bleiben bei unserer Ablehnung, denn für uns ist klar: Pankow braucht verlässliche Hallenzeiten – keinen Olympia-Größenwahn.
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Fahrradfahrende in Niederschönhausen schützen
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Gemeinsam mit Bündnis 90/Die Grünen hat unsere Fraktion einen Antrag eingebracht, der dem Bezirksamt empfiehlt, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass auf der Hermann-Hesse-Straße/Dietzgenstraße beidseitig im Abschnitt ab der Einfahrt zu den Supermärkten (Hermann-Hesse-Straße 8) bis zur Einmündung der Blankenburger Straße Radverkehrsanlagen gemäß §43 MobG BE angelegt werden, deren Gestaltung unzulässiges Befahren und Halten durch Kraftfahrzeuge unterbindet.
Die B 96a ist eine Bundesstraße – doch das entbindet das Bezirksamt nicht von seiner Verantwortung, sich für die Sicherheit seiner Bürger:innen einzusetzen. Für Fahrradfahrende ist gerade die Kurve in diesem Abschnitt mit erheblichen Gefahren verbunden, erst recht, wenn sie noch minderjährig sind. In den letzten 5 Jahren gab es dort mehrfach Unfälle mit schwerverletzten Radfahrenden. Dabei zeigt die existierende Radverkehrsanlage in der Dietzgenstraße ab der Einmündung der Blankenburger Straße in Richtung Norden, wie es besser gehen kann.
Der Antrag wurde von einer Mehrheit der Bezirksverordneten angenommen.
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Obdachlose und wohnungslose Menschen bei der Wahrnehmung ihres Wahlrechtes unterstützen
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Auch obdach- und wohnungslose Menschen haben ein Recht auf politische Mitbestimmung. In der Praxis scheitert die Wahlteilnahme jedoch oft an fehlender Meldeadresse, bürokratischen Hürden oder fehlenden Ausweisdokumenten. Das dürfen wir nicht hinnehmen.
Mit einem Antrag hat unsere Fraktion das Bezirksamt aufgefordert, niedrigschwellig über die Möglichkeiten der Wahlteilnahme zu informieren und gemeinsam mit Trägern der Wohnungslosenhilfe praktische Unterstützung bei der Eintragung ins Wählerverzeichnis anzubieten. Sammelanträge durch soziale Einrichtungen sollen ausdrücklich ermöglicht und vereinfacht werden. Zudem sollen Betroffene bei der Neuausstellung von Personaldokumenten unterstützt und besser an bestehende Hilfesysteme angebunden werden.
Die BVV Pankow überwies den Antrag in die Ausschuss für Bürgerdienste und Geschäftsordnung, der für Wahlangelegenheiten zuständig ist.
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Zweckentfremdung von Wohnraum bekämpfen: Möbliertes Kurzwohnen regulieren
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Wir alle wissen es: Überall steigen die Mieten. Gerade in Pankow müssen die Menschen immer tiefer in die Tasche greifen, um sich das Dach über dem Kopf leisten zu können. Für immer mehr Menschen heißt es: Die Miete ist zu hoch! Eine Ursache für den Mietenwahnsinn ist die weitverbreitete Zweckentfremdung von Wohnraum. Zwar unterliegt die Vermietung von möbliertem Wohnraum theoretisch der Mietpreisbremse. Weil aber der sogenannte Möblierungszuschlag gesetzlich nicht geregelt ist und nicht separat ausgewiesen werden muss, wird selbst die spärlichste Möblierung regelmäßig zur Umgehung der Regelung genutzt.
Die Linksfraktion hatte daher zur 26. BVV-Tagung (im November 2024!) einen Antrag eingebracht, der sich der besseren Regulierung des möblierten Kurzzeitwohnens widmet.
Unsere Fraktion verschloss sich damals einer Überweisung in die Fachausschüsse für Stadtentwicklung, Bebauungspläne und Genehmigungen sowie für Bürgerdienste nicht, da wir eine fachpolitische Präzisierung unserer Initiative begrüßten. In diesen wurde das Thema dann aber im Anschluss von den anderen Fraktionen mit alles anderem als der der Lage angemessenen Dringlichkeit behandelt und fortwährend vertagt! Deswegen lag es erst in der Sitzung am 4. März den Bezirksverordneten wieder vor, die die Drucksache nun endlich beschließen konnten.
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Klimaschutz und Klimaanpassung in Pankow: Maßnahmenplanung zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes
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Das Klimaschutzkonzept für Pankow liegt vor – doch zur Umsetzung fehlen koordinierte Strukturen und klare Priorisierungen. Um die ambitionierten Ziele zu erreichen, hatte unsere Fraktion in der BVV im Mai 2025 eine ämterübergreifende Zusammenarbeit, eine transparente Priorisierung nach Klimawirkung und eine bessere Akquise von Fördermitteln für Pankow gefordert. Denn nur mit klarer Verantwortlichkeit, regelmäßigem Monitoring und zusätzlichem Personal für das Klimaschutzmanagement kann unser Bezirk seinen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten.
Unser Antrag war von der BVV zur weiteren Beratung in die Ausschüsse für Finanzen, Personal, Immobilien und Verwaltungsmodernisierung und für Klimaschutz, Grünanlagen, Spielplätze, Umwelt und Natur überwiesen worden. Diese empfohlen der BVV am 4. März die Annahme, die Mehrheit der Bezirksverordneten stimmte zu.
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Sitzung (A) der Linksfraktion in der BVV Pankow
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Sitzung (B) der Linksfraktion in der BVV Pankow
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Sitzung (C) der Linksfraktion in der BVV Pankow
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