Linksfraktion Pankow
Bericht 38. Tagung der BVV Pankow am 22. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die 38. Tagung der BVV Pankow am 22. April war alles andere als eine Gewöhnliche. Auf die Tagesordnung hatten wir die Wahl eines Bezirksstadtrats gesetzt. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches: Wenn Stadträt*innen ihr Amt niederlegen wollen oder müssen, werden ihre Nachfolger von der BVV gewählt. So weit, so üblich.

Unsere bisherige Stadträtin für Soziales und Gesundheit, Dominique Krössin, hatte ihr Amt zum 1. April aus persönlichen Gründen niedergelegt. Wir danken ihr für die vielen Jahre unermüdlicher Arbeit für unseren Bezirk und wünschen ihr für ihre weitere Laufbahn alles Gute.

Das Vorschlagsrecht für die Bezirksamtsposten wird nach einer Proporzregelung vergeben, welche sich nach der Größe der BVV-Fraktionen richtet. Für den frei gewordenen Posten obliegt das Vorschlagsrecht der Linken. Das ist unumstritten. Entsprechend schlug die Linksfraktion zur Tagung die Wahl Jonas Teunes zum Bezirksstadtrat vor.

Teune erfüllt alle fachlichen und persönlichen Voraussetzungen für das Amt. Er ist seit Jahren in der Berliner Verwaltung tätig, verfügt über einschlägige Erfahrung in politischer Führung und Prozessmoderation und kennt die sozialpolitischen Bedarfe des Bezirks aus seiner langjährigen Arbeit vor Ort. 

Wir haben in den vergangenen Wochen wiederholt intensive Gespräche auch mit der Zählgemeinschaft aus Grünen, CDU und FDP geführt, um eine demokratische Mehrheit für Teune zu organisieren – mit widersprüchlichen Signalen bis in die letzten Stunden. Mit der SPD haben wir eine nach wie vor gültige Zählgemeinschaftsvereinbarung. Mit Blick auf die Stabilität des Bezirks, sind wir davon ausgegangen, dass die demokratischen Fraktionen das reguläre Verfahren einer solchen Nachbesetzung einhalten werden. 

Stattdessen aber weigerten sich die Fraktionen von Grünen, CDU, SPD und FDP Teune zum Stadtrat zu wählen und ließen ihn in drei Wahlgängen durchfallen. Nicht etwa, weil sie Zweifel an seiner fachlichen oder persönlichen Eignung hatten – im Gegenteil betonten alle Redner*innen, wie gut die Gespräche mit Teune vorab waren –, sondern schlichtweg, weil er Linker ist. Dieser Vorgang ist bislang in Pankow einmalig und skandalös.

Denn Grüne, CDU und SPD machen hier Wahlkampf auf Kosten der Pankowerinnen und Pankower, die jetzt bis zur Wahl im September ein führungsloses Ressort Soziales und Gesundheit hinnehmen müssen. Weil Grüne, CDU und SPD Angst haben vor der Linken, die erst im Frühjahr 2025 stärkste Kraft im Bezirk wurde, und die in diesem Jahr das Bürgermeisteramt – in Pankow und in Berlin – erobern kann und will. 

Wie geht es jetzt weiter? Wir werden erneut das Gespräch mit den demokratischen Fraktionen suchen. Gerade in der heutigen Zeit ist ein funktionierendes Sozial- und Gesundheitsamt wichtig. Das Sozialamt Pankow steht vor enormen Herausforderungen, die nicht nebenher zu bewerkstelligen sind. Insbesondere bei der aktuellen Finanzkrise des Bezirks und den andauernden Kürzungsankündigungen von Landes- und Bundesebene, sehen wir nicht, wie Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch und Schul- und Immobilienstadtrat Jörn Pasternack eines der größten Fachämter des Bezirks angemessen in Vertretung steuern können.

Die Nichtwahl ist und bleibt eine unverantwortliche Entscheidung, die wir uns nur dadurch erklären können, dass Grün-Schwarz-Gelb keinen erfahrenen Linken Verwaltungsmann im Bezirksamt sitzen haben will, der ihnen auf die Finger guckt.

Wir werden selbstverständlich über alle weiteren Entwicklungen berichten. Heute erscheint auch die neue Ausgabe des Fraktionsreports, unserer gedruckten Zeitung. Hier können Sie sie lesen oder als PDF runterladen.

Wie immer wünscht viel Spaß beim Lesen

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Inhaltsverzeichnis

 
  1. Anträge der Linksfraktion nach Beratungen in Ausschüssen
  2. Drucksachen aktuell
  3. Termine
 

Anträge der Linksfraktion nach Beratungen in Ausschüssen

 

Keine Kürzungen bei der Beförderung behinderter Kinder - Diskriminierung beenden - Folgekosten abwenden

 

Kinder mit Behinderung haben ein Recht auf Bildung und Teilhabe – auch in den Ferien. Drei Wochen vor den Sommerferien 2025 aber war bekannt geworden, dass der zuständige Stadtrat für Schule und Sport Jörn Pasternack (CDU) entschieden hat, die Fahrten für behinderte Kinder zu ergänzenden Förder- und Betreuungsangeboten (eFöB) in der Ferienzeit einzustellen. Die Entscheidung wurde vorerst zurückgenommen, allerdings nur für die Sommerferien 2025. Eine kleine Anfrage der Linksfraktion legte zudem nahe, dass auf diese Kürzungen auch weitere an der Schnittstelle Jugend und Schule folgen könnten. Die Linksfraktion forderte daher in der BVV am 16. Juli letzten Jahres in einem Antrag, dass das Schulamt Pankow weiterhin die Beförderung dieser Kinder zur eFöB organisieren und durchführen soll. Andernfalls werden Familien und Verwaltung überlastet, erhebliche Mehrkosten verursacht und das Teilhaberecht gefährdet.

Die Bezirksverordneten hatten den Antrag zur weiteren Beratung in die Ausschüsse für Finanzen, Personal, Immobilien und Verwaltungsmodernisierung, für Schule und Sport sowie für Kinder- und Jugendhilfe überwiesen. Am 22. April lag er der BVV als Beschlussempfehlung der Fachausschüsse vor und wurde endlich beschlossen.

 
 

Drucksachen aktuell

 

Wahl eines Bezirksstadtrats

22. April 2026

 

Drs. IX-1379 Weiterlesen

 

 

Termine

 

Fraktionsitzung A
18. Mai 2026, 18:00 Uhr

 

Sitzung (A) der Linksfraktion in der BVV Pankow mehr

 

Fraktionssitzung B
1. Juni 2026, 18:00 Uhr

 

Sitzung (B) der Linksfraktion in der BVV Pankow mehr

 

Fraktionssitzung C
8. Juni 2026, 18:00 Uhr

 

Sitzung (C) der Linksfraktion in der BVV Pankow mehr

 

 

Impressum

Linksfraktion Pankow
Bezirksamt Fröbelstraße 17
10405 Berlin
Telefon: (030) 42 02 08 73
Fax: (030) 42 02 08 74
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