Linksfraktion Pankow
Bericht 32. Tagung der BVV Pankow am 2. Juli 2025

Trotz Rekordhitze gut besuchter Bezirksverordnetensaal am 2. Juli 2025.

Liebe Leserinnen und Leser,

Am 2. Juli 2025 ächzte ganz Berlin unter einer Rekordhitze von 38 Grad. Auch im Bezirksverordnetensaal waren die Temperaturen bedrückend. Trotz des Wetters war der Zuschauersaal fast vollständig gefüllt, denn erneut waren viele Kinder und Jugendliche, Eltern und Vertreter*innen der Kinder- und Jugendhilfe im Bezirk angereist. Mit beeindruckender Ausdauer verfolgen sie alle Sitzungen der BVV seit Beginn der Haushaltskrise. Auch am Abend des 2. Juli sollte erneut über Kürzungen im Bereich Jugend und Soziales verhandelt werden.

Die Linksfraktion Pankow hatte zwei Anträge zum Schutz Pankows sozialer Infrastruktur vor den Kürzungen des Senats und des Bezirks eingebracht. Diese sind das Ergebnis der Abstimmung der Fraktion mit den Trägern im Rahmen der „Pankow bleibt #unkürzbar“-Kiezversammlungen. Leider kamen die Bezirksverordneten nicht mehr zu diesem wichtigen Tagesordnungspunkt, sie werden erst Gegenstand einer Fortsetzungssitzung am 16. Juli sein. Grund für die Vertagung vieler Tagesordnungspunkte war die Aussprache zum Antrag von Linksfraktion und SPD auf Abwahl des Bezirksverordnetenvorstehers Dr. Oliver Jütting (Grüne). Mehr dazu in dieser Ausgabe.

Wir sehen uns wieder zur Fortsetzungssitzung in knapp zwei Wochen.

Bis dahin wünscht wie immer viel Spaß beim Lesen

Ihre Newsletter-Redaktion

 

Inhaltsverzeichnis

 
  1. Auftakt der 32. Tagung
  2. In der Debatte
  3. In Ausschüsse überwiesene Anträge der Linksfraktion
  4. Anträge der Linksfraktion nach Beratungen in Ausschüssen
  5. Drucksachen aktuell
  6. Termine
 

Auftakt der 32. Tagung

 

Vertrauen in Grünen Bezirksverordnetenvorsteher erschüttert

 

Die Sitzung der BVV Pankow am 2. Juli stand ganz im Zeichen eines Antrags von Linksfraktion und SPD auf Abwahl des Bezirksverordnetenvorstehers Dr. Oliver Jütting (Grüne). Statt seiner überparteilichen Rolle als Vorsteher gerecht zu werden, hat Dr. Jütting sein Neutralitätsgebot verletzt. Zuletzt durch die aktive Beeinflussung einer Abstimmung am 18. Juni 2025, um zugunsten seiner Fraktion eine Mehrheit mit der AfD zu ermöglichen. In der aktuellen Wahlperiode hat der Vorsteher zudem parteiliche "Freundschaftsdienste" für die Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch (Grüne) geleistet – etwa durch die eigenmächtige Einberufung einer Sondersitzung ohne ausreichende Begründung. Linke und SPD kritisieren auch seine anhaltende Missachtung der Geschäftsordnung und seine oft inkonsequente Sitzungsleitung. Er hat die Rechte der Bezirksverordneten nicht geschützt und das Amt des Vorstehers nachhaltig beschädigt.

Diese Kritikpunkte waren von Vertreter*innen unserer und anderer Fraktionen immer wieder nichtöffentlich im dafür vorgesehenen Gremium Ältestenrat vorgebracht worden, wurden von der Grünen Fraktion und Dr. Jütting aber lediglich mit einem Achselzucken quittiert. Trotzdem zeigten sich die Grünen in der öffentlichen Sitzung nun überrascht und legten ein irritierendes Verständnis von der Rolle der Bezirksverordneten und ihrer Versammlung dar. Nach Auffassung der bündnisgrünen Vorsitzenden Almuth Tharan „beschädige“ der anhaltend öffentlich ausgetragene politische Streit in der BVV die Demokratie. Dabei ist der politische Streit der Kern demokratischer Auseinandersetzung und muss öffentlich geführt werden. Wichtig ist dabei, dass man sich auf Regeln des Streits verständigt, sie fair ausgestaltet und konsequent anwendet, damit jede demokratische Perspektive zu ihrem Recht kommt. Doch genau das hat Dr. Jütting wiederholt nicht getan, sondern die Regeln des Streits parteiisch gebeugt und letztlich auch gebrochen.

Durch ein Patt von 24 Ja- zu 24 Nein-Stimmen bei 2 Enthaltungen blieb Dr. Jütting im Amt des Vorstehers. Von einem klaren „Vertrauensausspruch“ der Bezirksverordneten kann nicht die Rede sein. In seiner anschließenden Rede zeigte sich Dr. Jütting zu allem Überfluss uneinsichtig statt versöhnlich.

 
 

In der Debatte

 

Schwimmbus droht fauler Kompromiss

 

Anfang Juni wurde öffentlich, dass das Bezirksamt Pankow zum Schuljahresende die Schwimmbusbeförderung für Drittklässler*innen einstellt. Künftig sollen die Kinder mit dem ÖPNV zu den Schwimmstätten fahren – verbunden mit längeren Fahrzeiten, mehr Personalbedarf und organisatorischem Mehraufwand. Der zuständige CDU-Stadtrat Jörn Pasternack verwies auf die angespannte Haushaltslage sowie angebliche pädagogische und ökologische Vorteile. Doch die Realität sieht anders aus: Erste Schulen streichen den Schwimmunterricht ganz oder reduzieren ihn deutlich. Eltern müssen oft unvorbereitet einspringen. Fragen der Haftung, Sicherheit und Chancengleichheit bleiben ungelöst. Auch Verträge mit Busunternehmen und verpasste Mittagessen werfen Probleme auf, es droht jetzt sogar eine Schadensersatzklage, wie der Tagesspiegel berichtet. Die Kommunikation des Bezirksamts war wieder mal katastrophal.

Die Linksfraktion forderte in der Sitzung am 2. Juli daher per Antrag die Rücknahme der Entscheidung und eine verlässlich finanzierte Lösung ab 2025/26. Für uns ist klar: Schwimmen ist Pflichtkompetenz – seine Vermittlung darf nicht vom Geldbeutel oder Engagement der Eltern abhängen. Unseren ursprünglichen Antrag zogen wir jedoch zugunsten eines gemeinsamen Antrags mit der SPD-Fraktion zurück, der am Mittwoch dann Gegenstand der Debatte war.

Gegen die Stimmen der Linksfraktion fand jedoch ein CDU-Änderungsantrag eine Mehrheit, der nicht explizit eine Rücknahme der Streichung – wie von unserer Fraktion gefordert – beinhaltet, sondern floskelhaft „Rückanpassung“ und „Alternativen“ fordert. Hier droht ein fauler Kompromiss, um den Schulstadtrat Jörn Pasternack (CDU) zu decken! Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die Beförderung von Schulkindern zum Schwimmunterricht einkommensunabhängig vom Bezirk gewährleistet wird.

 
 

In Ausschüsse überwiesene Anträge der Linksfraktion

 

Flexibudget vom Kopf auf die Füße stellen – Prävention wirksam ausgestalten

 

Die flexible Unterstützung für Familien (Flexibudget) soll niederschwellige, präventive Unterstützungsangebote für Familien und junge Menschen in belasteten Lebenslagen ermöglichen – doch in Pankow wurde es bisher wenig wirksam eingesetzt. Wir fordern daher eine Neuausrichtung des Programms auf wissenschaftlich evaluierte, standardisierte Präventionsprojekte in Bezirksregionen mit besonderem Bedarf um mit fachlicher Qualität, klaren Kriterien und einer gezielten Steuerung die Notwendigkeit langfristiger Hilfen zur Erziehung wirksam zu vermeiden. Zum Antrag.

Die BVV überwies in die Ausschüsse für Kinder- und Jugendhilfe sowie für Finanzen, Personal, Immobilien und Verwaltungsmodernisierung.

 
 

Anträge der Linksfraktion nach Beratungen in Ausschüssen

 

Fehlende Hilfsangebote in Berlin-Buch initiieren

 

Die soziale Lage in Berlin-Buch hat sich verschärft. Rund um den S-Bahnhof sind vermehrt Menschen in schwierigen sozialen Situationen anzutreffen. Die fehlenden Hilfsangebote vor Ort führen dazu, dass Probleme ungelöst bleiben und sich weiter zuspitzen. Unsere Fraktion forderte im März in der BVV daher, dass das Bezirksamt umgehend ein System der aufsuchenden Straßensozialarbeit in Buch initiiert, das den Menschen vor Ort Unterstützung anbietet. Damit kann gezielt geholfen werden – durch Beratung, Unterstützung und Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote. Gleichzeitig trägt dies dazu bei, das Miteinander im Kiez zu stärken und Anwohner*innen zu entlasten. Es müssen zeitnah geeignete Freie Träger gewonnen werden, die niedrigschwellige Sucht- und Schuldenberatung vor Ort und regelmäßig anbieten können. Auch die Zusammenarbeit mit der Männerunterkunft in Berlin-Buch ist zu intensivieren, um Menschen in prekären Lebenslagen besser zu unterstützen.

Die BVV überwies in die Ausschüsse für Soziales, Senior*innen und Gesundheit und für Finanzen, Personal, Immobilien und Verwaltungsmodernisierung. Nach dortiger Beratung fand der Antrag am 2. Juli die Zustimmung der Bezirksverordneten.

 
 

Drucksachen aktuell

 
 

Termine

 

Fraktionssitzung A
23. März 2026, 18:00 Uhr

 

Sitzung (A) der Linksfraktion in der BVV Pankow mehr

 

Fraktionssitzung B
13. April 2026, 18:00 Uhr

 

Sitzung (B) der Linksfraktion in der BVV Pankow mehr

 

Fraktionssitzun C
20. April 2026, 18:00 Uhr

 

Sitzung (C) der Linksfraktion in der BVV Pankow mehr

 

 

Impressum

Linksfraktion Pankow
Bezirksamt Fröbelstraße 17
10405 Berlin
Telefon: (030) 42 02 08 73
Fax: (030) 42 02 08 74
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