Linksfraktion Pankow
Bericht 34. Tagung der BVV Pankow am 12. November 2025
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Liebe Leserinnen und Leser,
in der 34. Tagung der Bezirksverordnetenversammlung Pankow am vergangenen Mittwoch wurden einige wichtige Anträge der Linksfraktion verabschiedet. Darunter einige ältere, die als Beschlussempfehlungen der Fachausschüsse nun wieder vorlagen: Zum Beispiel die Stärkung der kostenlosen bezirklichen Mieterberatung und die Unterstützung des Strandbads Weißensee bei der Bewältigung einer großen Grundsteuererhöhung, die den Weiterbetrieb gefährdete. Mehr dazu in dieser Ausgabe.
Heute erscheint außerdem die neue Ausgabe des Fraktionsreports, das gedruckte Schwesterblatt unseres Newsletters, zusammen mit der extraDrei des Bezirksverbandes. Sie können sie auf unserer Webseite lesen oder als PDF herunterladen.
Es stand viel auf der Agenda am 12. November und die Sitzung zog sich bis in die späten Abendstunden. Die Fraktionen einigten sich schließlich, die wenigen verbliebenen Tagesordnungspunkte zur Aussprache auf die 35. Tagung am 10. Dezember zu verlegen. Wir lesen uns also wieder in der vorweihnachtlichen Zeit.
Bis dahin wünscht wie immer viel Spaß beim Lesen
Ihre Newsletter-Redaktion
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Der "Bauturbo" kommt nach Pankow – aber mit Plan!
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Seit diesem Oktober gilt das neue Bundesgesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung, von der Bundesregierung auch gerne als "Bauturbo" bezeichnet. Obwohl die Zielsetzung des Gesetzes zu begrüßen ist, ergeben sich durch die neue Gesetzeslage Regelungslücken auf der bezirklichen Ebene. Einige Gemeinden haben deswegen bereits Grundsatzbeschlüsse zum "Turbo" verabschiedet. Durch einen Antrag unserer Fraktion zieht Pankow jetzt nach! Mit klaren Regeln: - Transparente Verfahren und Bürger*innenbeteiligung.
- Berücksichtigung von Umwelt- und Nachbarschaftsinteressen.
- Wahrung bezirklicher Interessen: Bei strittigen Bauanträgen soll die Entscheidungshoheit weiterhin bei der BVV liegen.
- Erhaltung des bewährten KooperativenBaulandmodells: Finanzierung von Kita- und Schulplätzen (falls erforderlich) und mind. 30% der Wohnfläche mit Miet- und Belegungsbindungen.
Wir freuen uns über die einstimmige Mehrheit der BVV für den von uns vorgeschlagenen Grundsatzbeschluss. Der „Bauturbo“ darf kein Freifahrtschein für Investoren sein – Pankow braucht bezahlbaren, nachhaltigen und sozial gerechten Wohnungsbau!
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Verschlechterungen der Lehr- und Lernbedingungen durch neue Zumessungsrichtlinien verhindern!
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Die neuen Zumessungsrichtlinien für Lehrkraftstunden 2025–2027 des Berliner Senats drohen sich die Lehr- und Lernbedingungen in Pankow zu verschlechtern: Schulen mit vielen Kindern aus einkommensarmen Familien oder mit Förderbedarfen (Lernen, Sprache, emotional-soziale Entwicklung) verlieren ihre bisher bedarfsorientierten Zusatzstunden, während Gymnasien profitieren. Künftig sollen alle Schulen gleich viele Förderstunden erhalten – unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Das verschärft Bildungsungleichheiten und konterkariert den Weg zur inklusiven Schule. Besonders widersprüchlich: Die gerade erst mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnete Maria-Leo-Grundschule soll Lehrkraftstunden abgeben.
Unsere Fraktion fordert daher, dass sich das Bezirksamt beim Senat dafür einsetzt, dass keine Pankower Schule schlechter gestellt wird und die Kürzungen bei Lehrkräften, Erzieher*innen und Förderstunden zurückgenommen werden – für echte Bildungsgerechtigkeit, inklusive Schulen und gute Lern- und Arbeitsbedingungen.
Die Mehrheit der BVV folgte unserer Initiative.
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Jugendamt mauert bei kritischen Nachfragen
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Tiefpunkt der BVV-Sitzung war ohne Zweifel das erneute Mauern der Bezirksstadträtin für Jugend und Familie Rona Tietje (SPD) beim Thema junge Geflüchtete. Anlass war ein Antrag unserer Fraktion aus der Juli-BVV, der am 12. November als Beschlussempfehlung des Kinder- und Jugendhilfeausschusses den Bezirksverordneten wieder vorlag. Der Hintergrund: Es gibt begründete Kritik, dass das Jugendamt Pankow Jugendhilfeleistungen für junge Geflüchtete bei Erreichen der Volljährigkeit rigoros beendet – auch dann, wenn der individuelle Bedarf weiterbesteht und fachlich begründet ist.
Wie schon im Kinder- und Jugendhilfeausschuss wiegelte die Jugendstadträtin die Kritik in der Sitzung am Mittwoch jedoch ab, versperrte sich unserem Antrag dazu und beschwerte sich über das parlamentarische Fragerecht. Aufgelöst wurde der Sachverhalt also nicht und im Grunde auch nicht negiert. In der Debatte wurde stattdessen mit Rückendeckung der SPD-Fraktion versucht, das Vorgehen des Jugendamtes als rechtens darzustellen. Der Antrag scheiterte letzten Endes an der Blockadehaltung der anderen Fraktionen. Nur die Linksfraktion scheint an der Aufklärung der Fälle interessiert zu sein. Wir werden dran bleiben und weiter berichten. Mehr Hintergrundinformationen zum Thema finden Sie im aktuellen Fraktionsreport.
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Mehr Demokratie im Bezirk: BVV frühzeitig beteiligen!
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Wir wollen mehr Transparenz und frühzeitige Beteiligung der BVV. Das Bezirksamt soll regelmäßig aus dem Rat der Bürgermeisterinnen berichten, gefasste Beschlüsse der BVV vorlegen und Ziel- sowie Servicevereinbarungen vor ihrem Abschluss zur Abstimmung in die BVV geben – damit Ausschüsse, insbesondere der Kinder- und Jugendhilfeausschuss, ihre Rechte wahrnehmen können. Bisher wurden Ziel-/Servicevereinbarungen wiederholt erst nachträglich als Kenntnisvorlage eingereicht, Berichte aus dem Rat der Bürgermeisterinnen blieben seit 2023 weitgehend aus. Bereits zugesagte Verfahren zur besseren Abstimmung wurden bislang nicht umgesetzt. Ein Antrag unserer Fraktion soll dieses Problem adressieren.
Die BVV überwies in die Ausschüsse für Bürgerdienste und Geschäftordnung sowie für Kinder- und Jugendhilfe.
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Strandbad Weißensee bei der Bewältigung der erhöhten Grundsteuer unterstützen
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Das Strandbad Weißensee ist ein beliebter und hoch frequentierter städtischer Naherholungsort in Pankow-Weißensee und ein beliebter Badeort für viele Pankower*innen – auch mit kleinem Geldbeutel. Mit der Erhöhung der Grundsteuer um fast 5000% werden die Betreibenden jedoch vor eine immense Herausforderung gestellt. Grund hierfür ist die seit Januar 2025 neu berechnete Grundsteuer. Denn diese zieht nun einen Wert des Grundstücks in Höhe von 24 Millionen Euro als Berechnungsgrundlage heran. Das führt zu einer Erhöhung der bislang jährlichen Grundsteuer von 800 Euro auf 37.000 Euro. Damit gerät das Strandbad Weißensee in Gefahr!
Unsere Fraktion forderte daher in der Januar-BVV, dass das Bezirksamt sich gegenüber dem Senat dafür einsetzt, dass das Land Berlin die horrenden Kosten für die Erhöhung der Grundsteuer für das Strandbad Weißensee übernimmt, um den weiteren Betrieb sicherzustellen und mögliche Preiserhöhungen gegenüber den Badegästen zu verhindern.
Der Antrag war in die Ausschüsse für Finanzen, Personal, Immobilien und Verwaltungsmodernisierung, für Schule und Sport sowie für Stadtentwicklung, Bebauungspläne und Genehmigungen überwiesen worden, die den Beschluss in geänderter Fassung empfahlen. Die Bezirksverordneten folgten der Empfehlung.
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Stärkung der kostenlosen bezirklichen Mieterberatung
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Wir alle wissen: Die Mieten in Pankow explodieren! Immer mehr Menschen haben Probleme, sich ihre Wohnungen zu leisten.Viele Mieter*innen in Pankow wissen nicht, dass es eine kostenlose Mieterberatung des Bezirks gibt. Dabei ist diese gerade in einem Bezirk mit hoher Mietenbelastung und Verdrängung ein zentrales Hilfsangebot. Damit es mehr Menschen erreicht, soll es künftig sichtbarer gemacht werden – besonders durch stärkere Präsenz in digitalen Medien. Außerdem soll die Beratung längerfristig vergeben werden, um Kontinuität, Planungssicherheit und Qualität zu verbessern.
Unsere Fraktion hatte daher im Mai beantragt, die Stärkung der kostenlosen bezirklichen Mieterberatung beantragt. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung in die Ausschüsse für Finanzen, Personal, Immobilien und Verwaltungsmodernisierung und für Stadtentwicklung, Bebauungspläne und Genehmigungen überwiesen, die die Annahme empfohlen. Eine Mehrheit der Bezirksverordneten stimmte am Mittwoch zu.
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Kein Lohndumping in der Sozial- und Jugendhilfe – Tarifmittel für freie Träger sichern
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Freie Träger in Jugend-, Sozial- und Gleichstellungsarbeit geraten durch gedeckelte Tarifmittel massiv unter Druck. Unsere Fraktion forderte daher im Juli, dass das Bezirksamt sich gegenüber dem Senat für eine transparente, gesicherte und auskömmliche Finanzierung der Tarifsteigerungen und eine Lösung für die Förderlücke in der Jugendhilfe 2024 einsetzt. Wenn die Mittel nicht aufgestockt werden, drohen Lohndumping, Angebotsabbau und langfristig der Rückbau der Trägerlandschaft.
Die BVV hatte den Antrag in den Ausschuss für Finanzen, Personal, Immobilien und Verwaltungsmodernisierung. Mit dessen Beschlussempfehlung fand die Drucksache am Mittwoch eine Mehrheit.
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Drittmittelakquise durch den Bezirk Pankow stärken
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Im Juli forderten wir in der BVV, die Drittmittelakquise im Bezirk Pankow strukturell zu stärken, um mehr Fördermittel von Bund und EU für nicht grundständige Aufgaben des Bezirks zu nutzen – etwa für Digitalisierung, Klimaschutz oder Integration. Dazu sollen Themenfelder identifiziert, die BVV in Entscheidungen eingebunden und zusätzliche Personalressourcen bereitgestellt werden. Ziel ist es, durch gezielte Akquise und bessere Koordination wichtige Projekte trotz Kürzungszwang zu realisieren und Pankows strategische Entwicklung voranzutreiben.
Die BVV hatte den Antrag in den Ausschuss für Finanzen, Personal, Immobilien und Verwaltungsmodernisierung überwiesen, dessen Empfehlung zur Annahme die Bezirksverordneten am 12. November folgten.
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Sitzung (C) der Linksfraktion in der BVV Pankow
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35. Tagung der BVV Pankow im Bezirksverordnetensaal (Bezirksamt Fröbelstraße 17, Haus 7)
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Sitzung (A) der Linksfraktion in der BVV Pankow
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