Linksfraktion Pankow
Bericht 39. Tagung der BVV Pankow am 10. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Die 39. Tagung der Bezirksverordnetenversammlung Pankow am 10. Juni 2026 versprach eine ereignisreiche zu werden, war sie doch die letzte mit einigem Abstand zum Ende der Wahlperiode. Am 20. September 2026 wählt Berlin neu, sein Abgeordnetenhaus wie seine BVVen. Bis dahin findet sich nur eine weitere Sitzung im Kalender, die 40. Tagung am 2. September, auf der aber so kurz vor der Wahl üblicherweise keine weitreichenden Beschlüsse mehr gefasst werden.

Die Sitzung am 10. Juni war also die letzte, auf der die Fraktionen Anträge einbrachten, von denen sie hoffen konnten, sie in alter Konstellation zu verabschieden. Entsprechend voll war die Tagesordnung. Zahlreiche Beschlussempfehlungen aus den Fachausschüssen lagen vor, ebenso wie eine Reihe neuer Anträge. Besonders freuen wir uns über den Beschluss unseres Antrages für einen Quartiersgarten für den Mühlenkiez, der in Zusammenarbeit mit Anwohnenden und lokalen Initiativen entwickelt wurde. Darüber und vieles mehr erfahren Sie in dieser Ausgabe.

Ein Symptom des begonnenen Wahlkampfes war die ausgeprägte Debattenbereitschaft der Bezirksverordneten, auch bei Themen von vermeintlich geringer Brisanz. Entsprechend wurde die Tagesordnung diesmal nicht abgearbeitet, wir sehen uns also zu einer Fortsetzungssitzung am 24. Juni wieder. Wir werden berichten.

Viel Spaß beim Lesen wünscht wie immer

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Inhaltsverzeichnis

 
  1. In der Debatte
  2. In Ausschüsse überwiesene Anträge der Linksfraktion
  3. Anträge der Linksfraktion nach Beratungen in Ausschüssen
  4. Drucksachen aktuell
  5. Termine
 

In der Debatte

 

BVV Pankow solidarisch mit Omas gegen Rechts, CDU steht im Abseits

 

Allen voran stand in der Sitzung am 10. Juni eine dringliche Resolution auf Initiative der Linksfraktion auf der Agenda, die die Ereignisse vom 2. Juni vor dem sogenannten „Braunen Haus“ der AfD Pankow adressierte. 

Wie die taz berichtete, war es dort bei einer antifaschistischen Demonstration gegen eine AfD-Veranstaltung zu einem tätlichen Angriff gekommen auf die Anmelderin der Demonstration, Pankower Aktivistin Maja Wiens von den „Omas gegen Rechts“. Nach Angaben von Augenzeugen und der Betroffenen selbst wurde sie von einem Mann attackiert, nachdem dieser Teilnehmende der Kundgebung verbal angegriffen hatte. Die Polizei bestätigte den Vorfall und teilte mit, dass Strafanzeigen wegen versuchter Körperverletzung und Beleidigung aufgenommen wurden.

An der Demonstration beteiligten sich Anwohnende sowie Vertreter*innen verschiedener demokratischer und antifaschistischer Organisationen. Augenzeugen berichten von Bedrohungen und Einschüchterungen durch Personen aus dem Umfeld der AfD-Veranstaltung. Auch der mutmaßliche Täter sei aus ihren Reihen gekommen und habe für seinen Angriff Beifall und Zustimmung von diesen bekommen.

Als mutige Antifaschistin will Wiens sich eigener Aussage zufolge nicht einschüchtern lassen. Diese Haltung können wir nur bewundern! Umso wichtiger fanden wir es, dass die demokratischen Bezirksverordneten sich solidarisch mit der Angegriffenen erklären und rechtsextreme Gewalt und Einschüchterung klar verurteilen.

Zusammen mit Grünen, Sozialdemokrat*innen und den Verordneten der FDP fanden wir eine Mehrheit für die Resolution, die rechtsextreme Gewalt verurteilt und zivilgesellschaftliches Engagement zur Verteidigung der Demokratie verurteilt. Wir begrüßen dieses deutliche Signal der Mehrheit der BVV Pankow!

Besonders enttäuschend trat am Abend aber die Pankower CDU-Fraktion auf, die sich weigerte, eine Resolution auf Basis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu unterstützen. Dafür erhielt sie Beifall aus den Reihen der AfD, der ehrliche Christdemokrat*innen erschaudern lassen muss. Wieder zeigt sich, dass auf die heutigen Konservativen, die ängstlich nach dem rechten Rand schauen, bei der Verteidigung unserer Demokratie kein Verlass ist.

 

Mühlenviertel bekommt Quartiersgarten

 

In diesem gemeinsamen Antrag mit Grünen und SPD fordern wir das Bezirksamt auf, die öffentliche Grünanlage des Flurstücks 280 an der Thomas-Mann-Straße noch 2026 zu einem "Treffpunkt Quartiersgarten" zu entwickeln – mit generationenübergreifenden Treffpunkten, Spiel- und Bewegungsflächen sowie Flächen für gemeinschaftliches und ökologisches Gärtnern. Dafür sollen die Asphaltflächen entsiegelt und mit einem aufenthaltstauglichen Untergrund versehen werden. Über die künftige Nutzung soll ein partizipatives Beteiligungsverfahren entscheiden, das Anwohner*innen, das Stadtteilzentrum Prenzlauer Berg und lokale Vereine aktiv einbindet.

Langfristig soll auch der Quartierspavillon als Café und soziale Begegnungsstätte in das Konzept integriert werden. Der Antrag entstand auf Initiative einer Gruppe engagierter Anwohner*innen, unterstützt von der KulturMarktHalle e.V. und dem Verein für Lebensqualität in der Michelangelostraße e.V.

Die BVV stimmte dem Antrag zu. Wir freuen uns mit den Anwohner*innen auf den Garten!

 
 

In Ausschüsse überwiesene Anträge der Linksfraktion

 

IEK Romain-Rolland-Straße: Kleingartenanlage "Freies Land" schützen

 

Wir forderten das Bezirksamt außerdem auf, bei der Erstellung des Innenentwicklungskonzepts Romain-Rolland-Straße keine Bebauung von Kleingartenanlagen vorzusehen. Die im Entwurf vorgesehene Bebauung der KGA "Freies Land" widerspricht dem Flächennutzungsplan, sieht keinen Kleingartenersatz vor und dient einem Verkehrsprojekt, das der Senat selbst zurückgestellt hat. Stattdessen soll sich die Planung für die Straße Am Steinberg auf deren Status im Radvorrangnetz konzentrieren.

Die BVV überwies unseren Antrag die Ausschüsse für Stadtentwicklung, Bebauungspläne und Genehmigungen, für Mobilität und Ordnung sowie für Klimaschutz, Grünanlagen, Spielplätze, Umwelt und Natur.

 
 

Anträge der Linksfraktion nach Beratungen in Ausschüssen

 

Keine Übertragung hoheitlicher Aufgaben an private Sicherheitsdienste

 

Hoheitliche Aufgaben des Bezirks gehören in öffentliche Hand – nicht zu privaten Sicherheitsfirmen. Der Einsatz privater Security im Umgang mit obdachlosen oder anderen vulnerablen Menschen gefährdet deren Rechte, schafft Unsicherheit und verschiebt soziale Probleme ins polizeiliche bzw. ordnungspolitische. Stattdessen braucht es Fachkräfte wie Sozialarbeiter*innen, die unterstützen, deeskalieren und helfen. Ein Antrag unserer Fraktion in der Dezember-BVV forderte deshalb, künftig vollständig auf private Sicherheits- und Ordnungsdienste zu verzichten und stattdessen alle öffentlichen Aufgaben ausschließlich durch qualifizierte Beschäftigte des öffentlichen Dienstes mit klarer Rechtsgrundlage und demokratischer Kontrolle wahrnehmen zu lassen. Hintergrund war, dass das Bezirksamt auf Anfrage unserer Fraktion bereits eingeräumt hatte, einen privaten Sicherheitsdienst im öffentlichen Raum einzusetzen. 

Auf ihrer Sitzung im Dezember letzten Jahres hatte die BVV unseren Antrag in die Ausschüsse für Mobilität und öffentliche Ordnung sowie für Soziales, Senior*innen und Gesundheit überwiesen. In beiden Ausschüssen sowie in der BVV am 10. Juni fand die Drucksache aufgrund des Widerstands der anderen Parteien keine Mehrheit. Allein die Linksfraktion stimmte dafür, öffentliche Sicherheit eindeutig in öffentlicher Hand zu belassen. Die anderen Fraktionen scheinen kein Problem mit dem “Outsourcing” an private Sicherheitsfirmen zu haben.

 
 

Drucksachen aktuell

 
 

Termine

 

24. August 2026, 18:00 Uhr

 

Fraktionssitzung B

 

Sitzung (B) der Linksfraktion in der BVV Pankow

Fraktionssitzung zur Vorbereitung eigener Anträge zur BVV-Tagung

ab 18 Uhr
in den Fraktionsräumen (Bezirksamt Fröbelstraße 17, Haus 7, Raum 109) und digital

 
 

Impressum

Linksfraktion Pankow
Bezirksamt Fröbelstraße 17
10405 Berlin
Telefon: (030) 42 02 08 73
Fax: (030) 42 02 08 74
kontakt@linksfraktion-pankow.de

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