Eine Million Nutzer*innen – und trotzdem wird gekürzt
Die Pankower Bezirksbibliothek hat einen bemerkenswerten Meilenstein erreicht: Der millionste Nutzer wurde kürzlich begrüßt. Diese Rekordmarke zeigt eindrucksvoll, wie wichtig diese Einrichtung für unseren Bezirk ist. Doch hinter dieser Erfolgsmeldung verbirgt sich eine bittere Realität: Die Bibliothek leistet Übermenschliches – und das unter immer schwierigeren Bedingungen.
Trotz der Ansiedlung direkt bei der Bürgermeisterin fehlt es an politischer Priorisierung für den Kulturbereich. CDU, Grüne und FDP haben die Mittel für die Bibliotheken stark gekürzt. Nur durch massiven Druck konnte wenigstens der Mindestumfang des Medienetats (also Geld für die Aktualisierung des Medienbestands) nachträglich erhalten werden. Doch an allem anderen wird kräftig gekürzt.
Die Folgen sind gravierend: Besetzungen von Personalstellen ziehen sich über Monate hin und gefährden die Funktionsfähigkeit der Einrichtungen. Die dringend benötigte Vergrößerung der Bibliothek an der Schönhauser Allee, wurde durch Streichung von Geldern für Miete ausgeschlossen. Das Personal muss mit immer weniger Ressourcen immer mehr leisten.
Die Mitarbeiter*innen der Bibliothek verdienen unsere Anerkennung für ihre hervorragende Arbeit. Aber sie verdienen auch angemessene Arbeitsbedingungen und eine Politik, die Kultur als das behandelt, was sie ist: unverzichtbar für unser gesellschaftliches Zusammenleben. Die Million Nutzer*innen sind der beste Beweis dafür.
