Gewalt bei Fußballspielen in Pankow
Kleine Anfrage: KA-0791/VI
BV Matthias Zarbock, Linksfraktion
Das Bezirksamt wird um folgende Auskunft gebeten:
- Welche Folgerungen zieht das Bezirksamt nach Ausschreitungen bei bzw. am Rande von Fußballspielen im Bezirk und welche Maßnahmen wurden bisher ergriffen?
- Gibt es unter den Fußballvereinen im Bezirk „Problemvereine“, was Gewalt oder diskriminierendes Verhalten von Fans betrifft?
- Welche Schlussfolgerungen zieht das Bezirksamt bei andauernden Problemen mit Vereinen bzw. mit Fans einzelner Vereine?
- Welche Sanktionsmaßnahmen stehen dem Bezirksamt zur Verfügung, um auf wiederkehrende negative Ereignisse zu reagieren?
- Wie schätzt das Bezirksamt die bisherigen Anstrengungen in Pankow gegen Gewalt und diskriminierendes Verhalten bei bzw. am Rande von Fußballspielen ein?
Antwort des Bezirksamts
Abt. Gesundheit, Soziales, Schule und Sport
zu 1.
In der Regel kann von Ausschreitungen im Sinne von Krawallen, Gewalttätigkeiten oder Übergriffen nicht die Rede sein.
Diesbezüglich über Medien verbreitete Meldungen sind prinzipiell sehr kritisch zu betrachten.
Dennoch werden bei Bekanntwerden von Ereignissen grundsätzlich die betroffenen Sportvereine vom Amt für Schule und Sport/Fachbereich Sport, sowie das zum Zeitpunkt anwesende Platzpersonal dazu befragt.
Da der Berliner Fußballverband (BFV) alle Vorfälle im Spielbericht protokolliert und ggf. Sanktionen gegen einen Verein ausspricht, ist der Bezirk nicht in erster Linie für weitere Maßnahmen zuständig.
Erst bei Vorfällen, die über den Rahmen des Sportlichen hinausgehen, würde der Bezirk in Zusammenarbeit mit Dritten, z.B. Polizei, Bezirkssportbund/Fußball AG und BFV überlegen, ob weitere Maßnahmen eingeleitet werden müssten.
Dieses war in der Vergangenheit auf den vom Bezirk verwalteten Sportplätzen nicht der Fall.
zu 2.
Nein, die gibt es nicht.
zu 3.
Wenn es solche Probleme gäbe, wäre die Zusammenarbeit mit den Vereinen und den bereits unter 1. genannten Organisationen zu intensivieren und gemeinsam eine Strategie zur Vermeidung von Gewalt und Diskriminierung auf Fußballplätzen zu erarbeiten.
zu 4.
Es könnten Platzverbote für Einzelpersonen und Platzverbote für ganze Mannschaften
ausgesprochen werden.
zu 5.
Gerade in diesen Bereichen hat es große Fortschritte gegeben. Mit Erscheinen der neuen Haus- und Nutzungsordnung für Sportstätten im Zusammenhang mit der Neufassung der Sportanlagen-Nutzungsvorschriften (SPAN) v. 02.02.2010 wurde ein Passus gegen Rassismus und Diskriminierung verankert. Zum Umgang mit gewaltbereiten und/ oder rassistisch ausgerichteten Personen hat der Bezirk alle Hallen- und Platzwarte im Rahmen einer Fortbildung geschult.
Die vom Bezirkssportbund (BSB) initiierte Fußball-AG setzt sich kritisch mit allen Belangen auseinander und reagiert ggf. aktuell und kurzfristig auf Vorkommnisse im Rahmen von Gewalt und Diskriminierung auf Fußballplätzen.
Relativ neu ist eine mit BSB abgestimmte Vorschrift im Rahmen der Haus- und Nutzungsordnung, die bei allen Veranstaltungen des Kinder- und Jugendsports generell den Verzehr von Alkohol auf der Sportfläche einschließlich aller Nebenflächen untersagt.
Lioba Zürn-Kasztantowicz
