Soziale Infrastruktur schützen – Pankow stellt sich schützend vor die Träger und Vereine

Drs. IX-1201

Antrag der Linksfraktion Pankow für Bürger*innen

Die Bezirksverordnetenversammlung bekennt sich ausdrücklich zum Pankower Konsens und damit zum politischen Ziel, die allgemeine soziale Infrastruktur im Bezirk zu erhalten, zu stärken und vor Einschnitten zu schützen. Sie erkennt die wichtige Arbeit kommunaler und freier Träger, Projekte und Einrichtungen in Pankow – insbesondere in den Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, der Gemeinwesenarbeit, der sozialen Beratung und Unterstützung marginalisierter und migrantischer Gruppen sowie der Gleichstellungsprojekte – als unverzichtbaren Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge an.

Die BVV ruft das Bezirksamt auf, sich mit ihr gemeinsam klar gegen pauschale Kürzungsvorgaben des Senates zu positionieren und bei ihrer Verwaltungsarbeit darauf hinzuwirken, dass die soziale Infrastruktur in Pankow nicht geschwächt, sondern im Sinne gesellschaftlicher Teilhabe gestärkt wird.

Die BVV bekräftigt darüber hinaus, dass insbesondere Bereiche, die Kinder, Jugendliche, Menschen mit Migrationsgeschichte, Menschen in Armut und andere benachteiligte Gruppen betreffen, vor Kürzungsvorhaben geschützt werden sollten und diese vulnerablen Gruppen nicht noch zusätzlich wegen der politisch gesetzten Kürzungslogiken Benachteiligung erleben müssen.

In Zeiten sozialer Unsicherheit muss der Bezirk Verantwortung übernehmen, Vertrauen schaffen und mehr denn je für soziale Gleichheit einstehen.

Linksfraktion: BV Maria Bigos, BV Maximilian Schirmer (Linksfraktion) für Bürger*innen, Unterzeichnende siehe Anlage
Fraktion der SPD: Thomas Bohla, Roland Schröder

Begründung:

Pankow hat sich mit dem parteiübergreifend getragenen Pankower Konsens verpflichtet, die soziale Infrastruktur und insbesondere die allgemeinen sozialen Leistungen zu sichern und sich dem sozialen Kahlschlag zu widersetzen. Angesichts drohender Kürzungen auf Bezirks- und Landesebene braucht es ein klares politisches Signal: Der Bezirk steht geschlossen für den Schutz der sozialen Infrastruktur ein, die Träger und Initiativen in Pankow können auf die Unterstützung der BVV zählen. Eine stabile soziale Infrastruktur ist kein Luxus, sondern Grundlage für sozialen Zusammenhalt und eine bedarfsgerechte Entwicklung im Bezirk.

Die soziale Infrastruktur in Pankow leistet zugleich einen unverzichtbaren Beitrag zur Demokratieförderung – gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung. Ohne diese Strukturen fehlt ein wirksames Gegengewicht zu sozialer Ausgrenzung, rechter Hetze und wachsendem Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen.

Zudem ist präventive Arbeit – etwa in der Jugendhilfe, in der Antidiskriminierungsarbeit oder in Nachbarschaftsprojekten – nicht nur sozial notwendig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll: Sie verhindert langfristig deutlich höhere Folgekosten und sorgt für Stabilität und Teilhabe im Bezirk.

Die Bezirksverordnetenversammlung bekräftigt zudem, dass insbesondere Kinder, Jugendliche, von Armut Betroffene und andere gesellschaftlich Gruppen, die keine Lobby haben, nicht zu den Verlierer*innen politisch gesetzter Kürzungen gemacht werden dürfen. Die öffentliche Hand muss gerade in Krisenzeiten Verantwortung übernehmen und soziale Sicherheit garantieren.


Anlage zum Antrag Soziale Infrastruktur schützen – Pankow stellt sich schützend vor die Träger und Vereine

Unterzeichnende:

Alexander Buchholz

Andreas  Bonnke

Andreas Bunckenburg 

Anja Mc Gregor

Anne Braun

Anne Lemberg für FreiZeitHaus e.V.

Annika Beier

Arne Gröschel für Theater Varia Vineta

Bettina Kurella

Brigitte Dinkelaker und Team des Stadtteilzentrum Weißensee und Altes Waschhaus

Brigitte Semm

Christian Peplau

Christin Klein für FreiZeitHaus gGmbH

Christine Schnittka, Sven Westerhold, Robert Pomierski für die Kinder- und Jugendfreizeitstätte Schabracke

Claudia Tribin

Constanze König

Dawid Lisdat

Detlef Nieschalke

Dirk Firch

Doreen Richert

Elisa Dannischewski

Elisabeth Reichert für KULTI Pankow

Florian Dufour-Feronce

Franc Partzsch

Frank Kose

Gudrun Gutsmann

Jana Dikow für Freizeitzentrum Upsala für Kinder und Familien

Jana Ringer für Unabhängiges Jugendzentrum Pankow JUP e. V.

Janina Klahn

Jens-Peter Sümnick

Jessica Blauert

Jörg Müller

Julia Daamen

Juliane Sommerkorn

Karin Spieker für Verein für Lebensqualität an der Michelangelostraße e.V. 

Katharina Tennstedt-Horn für Familienzentrum kleine Oranke

Katja Barlage 

Lena Hauser für Kjfe "Popelbühne" e. V.

Marco Schultz

Marcus Schmidt für Netzwerk Spiel/Kultur Prenzlauer Berg e.V.

Maria-Anna Müller

Mariella Gröger

Marion Schebesta für Riff im Oktopus / Kinderring Berlin

Marita Orbegoso Alvarez für MigrArte Perú e.V.

Markus Wollschläger

Marlene König

Marlous Behrendt und Team des Familienzentrum Weißensee

Michi Brosig für Projekt tivo* Zentrum für feministische Mädchen*arbeit

Mike Dikow

Miriam Fehr 

Moritz Kenngott und Team des Nachbarschaftshaus Alte Apotheke

Nicole Otte für Sonntags-Club e.V.

Olaf Nieschalke für Freizeitzentrum Upsala für Kinder und Familien

Patrick Atzler

Petra Junghans

Rachel Nangally für Sources-d’Espoir e.V.

Regjina Palokaj

Reneé Hohenwaldt

Riccardo Blauert

Robert Lange für Maxim - Kinder- und Jugendkulturzentrum

Rüdiger Just für Jugendkulturzentrum Königstadt

Sabine Roos für Landhaus Rosenthal / Förderverein Landhaus Rosenthal e.V.

Sabrina Schultz

Sevde Dincoglu 

Silke Bishop für KileLe gGmbH

Silvana Blauert

Simon Busch

Simona Barack für Immanuel Beratung Prenzlauer Berg

Stella Theresa Neunaß

Sylvia Erbert

Tanja Gröger

Team der FreiwilligenAgentur Pankow

Team der Mobilen Stadtteilarbeit Weißensee Ost

Team des Nachbarschaftstreff NAIMO

Thea Busch

Theresa Schasse 

Ulrike von Krüchten für Oktopus des BA Pankow

Ursula Rosito

Uwe Scholz, Bürgerdeputierter im KJHA Pankow

Viktoria Bezrodna