Kinder und Jugend
Pankow ist ein stetig wachsender Bezirk und Heimat zahlreicher Familien. Bei uns leben – im Berliner Vergleich – die meisten Kinder und Jugendlichen. Die Linksfraktion macht sich für einen familienfreundlichen Bezirk und eine kinderfreundliche Kommune stark. Aktuell kämpfen wir vor allem für den Erhalt der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen sowie ihre ausreichende personelle Ausstattung angesichts der Kürzungen des Berliner Senats und des Bezirks.
Hier finden Sie alle unsere Anträge und Anfragen, sowie alle Meldungen mit Bezug zu Kinder- und Jugendpolitik.
Jungenarbeit ausweiten
Ds. VI-0314
Antrag
der Linksfraktion
Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:
Das Bezirksamt wird beauftragt, in den Amtsbereichen Jugend und Schule geschlechtsbewusste Jungenarbeit zu einem zentralen inhaltlichen Bildungs- und Weiterbildungsschwerpunkt des Bezirkes Pankow bei allen Maßnahmen und in allen Einrichtungen dieser Ämter zu entwickeln.
Insbesondere sind der Jugendfreizeitstättenentwicklungsplan sowie schulische Maßnahmen der Kooperation von Jugendhilfe und Schule im Rahmen der Gewaltprävention daraufhin zu überprüfen, inwieweit geschlechtsbewusste Jungenarbeit den ihr aus fachlicher Sicht angemessenen Stellenwert in Planung und Praxis hat und diese gegebenenfalls insoweit zu verändern, dass Jungenarbeit zu einem selbstverständlichen Bestandteil des pädagogischen Methodenrepertoires im Bezirk Pankow wird.
Ein erster Zwischenbericht ist der BVV im Frühjahr 2008 vorzulegen.
Begründung:
Häufig werden unter geschlechtsbewusster Jungenarbeit laienhaft entweder sportliche oder handwerklich-technische Angebote verstanden oder es wird unterstellt, Jungen sollten verweichlicht, verunsichert oder unter Generalverdacht gestellt werden. Geschlechtsbewusste Jungenarbeit, je nach Diskurszusammenhang und Schwerpunktsetzung auch emanzipatorische oder patriarchatskritische Jungenarbeit genannt, ist demgegenüber eine inzwischen seit vielen Jahren von der pädagogischen Fachwelt anerkannte und als dringend notwendig erachtete Methode der Kinder- und Jugendarbeit. Hintergrund sind u.a. Veränderungen im Verhältnis der Geschlechter zueinander wie auch der Nachweis, dass Gewalt weit überwiegend Männergewalt und Jugendgewalt weit überwiegend Jungengewalt sind.
Nachgewiesenermaßen sind hierfür sozialisatorische Zurichtungen und traditionelle männliche Rollenerwartungen ursächlich. Im Gegensatz zur im Vergleich weitgehend akzeptierten und teilweise implementierten Frauen- und Mädchenarbeit, wird geschlechtsbewusste Jungenarbeit jedoch nur marginal tatsächlich in Einrichtungen von Jugend und Schule umgesetzt. Der Antrag deckt sich inhaltlich mit den Empfehlungen der Landeskommission Berlin gegen Gewalt in ihrem Bericht Nr. 28 aus 2007.
