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Kinder und Jugend

Pankow ist ein stetig wachsender Bezirk und Heimat zahlreicher Familien. Bei uns leben – im Berliner Vergleich – die meisten Kinder und Jugendlichen. Die Linksfraktion macht sich für einen familienfreundlichen Bezirk und eine kinderfreundliche Kommune stark. Aktuell kämpfen wir vor allem für den Erhalt der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen sowie ihre ausreichende personelle Ausstattung angesichts der Kürzungen des Berliner Senats und des Bezirks.

Hier finden Sie alle unsere Anträge und Anfragen, sowie alle Meldungen mit Bezug zu Kinder- und Jugendpolitik.

Süßwaren aus dem Kassenbereich der Supermärkte entfernen

15. Tagung der BVV

Ds. VI-0429

Antrag
der Linksfraktion


Die BVV möge beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht, gemeinsam mit dem »Lokalen Bündnis für Familie« bei den Pankower Supermarktketten dahingehend öffentlich aktiv zu werden, sich für eine freiwillige Selbstverpflichtung der Supermärkte einzusetzen, die sogenannte Quengel- oder Impulsware aus dem Kassenbereich zu entfernen bzw. durch zuckerfreie Waren zu ersetzen.
Über die Umsetzung ist der BVV vor dem Einschulungstermin des Jahres 2008 zu berichten.
 

Begründung:

Nachdem das französische Gesundheitsministerium im vergangenen Monat die Entfernung von Süßwaren aus dem Kassenbereich gefordert hatte, hat jetzt mit der Supermarktkette Leclerc das erste große Unternehmen reagiert. Leclerc kündigte an, bis zum 1. Juni zahlreiche Süßwaren, darunter vor allem Produkte für Kinder, aus dem Kassenbereich zu entfernen. Betroffen davon sollen laut Medienberichten unter anderem die Marken Ferrero und Haribo sein. Leclerc überlegt, die Produkte im Kassenbereich durch zuckerfreie Alternativen oder durch spezielle Produkte für Erwachsene zu ersetzen. Diesem Beispiel sollte der Bezirk Pankow von Berlin beispielgebend für alle Berliner Bezirke folgen.

Der Bericht zur Einschulungsuntersuchung 2007 macht deutlich, dass der Bezirk u.a. bezüglich Adipositas und Zahngesundheit im Berliner Vergleich zwar gut dasteht, die absoluten Zahlen aber keineswegs zufriedenstellend sind.

Richtig ist unzweifelhaft, dass Gesundheitserziehung und Ernährungsgewohnheiten in erster Linie in der Verantwortung der Eltern liegen. Dies kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Rahmen des category-managements sogenannte Impulswaren gezielt im Kassenbereich platziert werden, um KonsumentInnen zu ungeplanten Spontankäufen zu animieren. Dies wird in zahlreichen verkaufsstrategischen Veröffentlichungen entsprechender Marktforschungsinstitute auch gar nicht verleugnet und explizit empfohlen.

Richtig ist auch, dass der Verweis auf die Verantwortung der Eltern die VolksvertreterInnen nicht davon entlastet, Eltern in dieser Verantwortungsübernahme soweit möglich zu unterstützen. Darüber, ob eine Entfernung von Süßwaren aus diesem Bereich zu einer signifikanten Änderung des KäuferInnenverhaltens von Süßwaren führt, liegen keine gesicherten Daten vor. Versuche andernorts, Supermärkte zur Entfernung von Süßwaren aus dem Kassenbereich zu bewegen, wurden von diesen allerdings mehrfach mit der Begründung des Umsatzrückganges begründet, was darauf schließen lässt, dass ein Zusammenhang durchaus existiert.

Eine freiwillige Selbstverpflichtung Pankower Supermärkte hätte darüber hinaus Signal- und Symbolwirkung und stärkt das Thema bewusste Ernährung in der öffentlichen Wahrnehmung.

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