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Maria Bigos und Maximilian Schirmer
Fraktionsvorsitzende

Aktuelles

Guggenheim-Lab als offenes Podium!

Kritik an unsozialer Stadtumgestaltung ist zu erwarten

Zur Entscheidung für den Pfefferberg als Standort des Guggenheim-Labs erklärt der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow, Dr. Michail Nelken:

Wir hoffen, dass sich die Macher des Guggenheim-Labs vom Standort Pfefferberg nicht die beschauliche Ruhe für einen wohl temperierten akademischen Diskurs von Stadtplanern und Architekten, Hochschuldozenten und Verwaltungsbeamten erhoffen. Als Podium für die offene und öffentliche Auseinandersetzung über die politischen und sozialen Entwicklungsprobleme einer Metropole wie Berlin kann sich das Guggenheim-Lab sinnvoll und durchaus mit eigenen Akzenten in den stadtweiten Diskurs einreihen. Hier, im hoch aufgewerteten Prenzlauer Berg, mit seiner massiven sozialen Verdrängung der angestammten Bevölkerung wird man ebenso gut darüber diskutieren können wie am Spreeufer in Kreuzberg oder andernorts in der Stadt. Man kann in Berlin dieser Debatte nicht ausweichen.

Jetzt soll das Lab auf einer Fläche stehen, das bislang als Grünfläche geplant und seit kurzem teilweise der privaten baulichen Verwertung freigegeben wurde. Der „Pfefferberg“ als soziokulturelles Projekt gestartet ist heute überwiegend ein Ort kommerziell erfolgreicher Künstler und Architekten, finanzkräftiger Kulturinstitutionen und gewinnorientierter Unternehmen. Das Lab wird mitten im Problem stehen.

Das Lab wird auch auf dem Pfefferberg Zielpunkt von Kritikern einer Stadtentwicklungspolitik sein, die den Interessen bzw. der Logik der Kapitalverwertung von Immobilien folgt. Hinzu wird die Kritik und der Protest der Anwohner treten, die sich gegen die Vermarktung der Stadt als Eventfläche für die Amüsierwilligen aus aller Welt wehren, weil diese Politik die Wohnqualität mindert und die Mietpreise in die Höhe treibt. Das Guggenheim-Lab selbst als offene Veranstaltungsstätte muss auch aus dieser Richtung mit Ablehnung rechnen.

Wir diskutieren im Prenzlauer Berg sicher ebenso gerne und hitzig über eine unsoziale Stadtumgestaltung im Verwertungsinteresse der Grundbesitzer und Kapitaleigner, wie es die Kreuzberger am Spreeufer getan hätten. Berliner aus allen Bezirken sind zu den Diskussionen im Guggenheim-Lab auf dem Pfefferberg willkommen.

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