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Willkommen!

auf den Internet-Seiten der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow! Wir freuen uns über Ihr Interesse und hoffen, dass Sie finden, was Sie suchen. Sollte das nicht so sein, scheuen Sie sich nicht, uns direkt zu kontaktieren!

Maria Bigos und Maximilian Schirmer
Fraktionsvorsitzende

Aktuelles

Wir haben einen langen Atem

Gespräch mit Doris Syrbe vom Clubvorstand der "Stillen Straße"

Seit dem 29. Juni halten die NutzerInnen der Seniorenbegegnungsstätte in der Pankower Stillen Straße das Haus besetzt. Der Bezirk hatte geplant, das Gebäude abzugeben und die Kursangebote an anderen Orten abzuhalten. Matthias Zarbock, Geschäftsführer der Linksfraktion Pankow, hat sich mit der Clubvorsitzenden, Doris Syrbe, über diese ungewöhnliche Aktion unterhalten, die die Pankower Politik wie die Verwaltung unter Zugzwang setzt.

Seit ein paar Tagen gehören Sie zu den prominentesten Hausbesetzern Berlins. Was sind Ihre Forderungen und was hat Sie zur Besetzung bewogen?

Wir haben unsere Forderungen nicht zurück genommen. Wir wollen, dass wir dieses Haus weiter nutzen dürfen. Wir haben das seit Monaten bei allen Tagungen der Bezirksverordnetenversammlung Pankows und in jeder Ausschusssitzung vorgetragen. Daran ändert sich nichts, auch wenn wir jetzt anders kämpfen.

Die Besetzung hat ein großes Medienecho hervorgebracht. Was hat Sie gefreut – was hat Sie geärgert oder wurde falsch berichtet?

Was mich geärgert hat, waren die provokatorischen Fragen. Wir hatten uns ja gründlich überlegt, was wir machen sollen. Wir haben uns vor der Besetzung kundig gemacht und so kam es zu dieser Reaktion zu diesem Zeitpunkt. Eine Journalistin hat gefragt, warum wir das machen – das wäre doch alles sinnlos und so fort. Ich habe sie dann gefragt, ob sie nicht Eltern und Großeltern hat und da war sie auf einmal sehr friedlich und still. So schnell lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen und langsam bekomme ich auch ein wenig Routine.
Es ist aber natürlich ganz aufregend und nervlich ist es eine ganz schöne Belastung. Es gibt so viele Anfragen und Interviews und Gespräche und vieles läuft ungeplant und unangemeldet, dabei muss einiges koordiniert werden.

Neben der wahrnehmbaren Solidarität – gab es auch schon Reaktionen aus dem Bezirksamt?

Ursprünglich hatte die Bezirksstadträtin Zürn-Kasztantowicz uns für den 1. Juli zu einem Gespräch eingeladen und wir haben darüber nachgedacht, ob wir da erscheinen. Dieser Termin wurde vor der Besetzung angesetzt. Zwischenzeitlich hat sie dann telefonisch abgesagt. Wir sollten uns bei ihr melden, wenn wir etwas von ihr wollten. Eigentlich dachten wir ja, sie sollte uns hier besuchen. Also außer dem, was in den Zeitungen steht, haben wir noch keine direkte Resonanz aus dem Bezirksamt.
Solidarität gab es von Anfang an von den LINKEN, sehr geholfen haben die Leute vom Pankower Ratschlag. Diese Hilfe tut uns gut. Aber auch aus der Bevölkerung erleben wir unglaubliche Solidarität. Wir haben hier ein Besucherbuch ausgelegt – junge und alte Leute tragen sich da ein; viele aus der Nachbarschaft kommen jetzt zu uns und sagen: Wir verstehen nicht, warum das hier weg soll. Was die jungen Leute anbetrifft, da kann ich sagen – mein Weltbild hat sich in den letzten Tagen beträchtlich geändert. Die Kühlschränke sind voll, fast jeder, der kommt, bringt etwas mit. Gerade diese Unterstützung hat mich überrascht und richtet mich auf.

Was hat es mit den enormen Kosten für die nötige Sanierung auf sich? Ist Ihr Haus eine Ruine?

Ach wo! Also wir haben hier viele Besucher, auch mal einer von einer Wohnungsbaugesellschaft oder ein Architekt, die sagen: Das Haus steht doch auch so noch eine Weile. Die sind überrascht, weil es ja heißt, die Sanierung würde zweieinhalb Millionen Euro kosten. Ich finde diese Zahl nicht nachvollziehbar. Zum Einen muss ja nicht alles auf einmal neu gemacht werden. Wenn am Dach etwas gemacht werden muss, ja, das geht aber auch im laufenden Betrieb. Es ist so wie mit der Barrierefreiheit: Man muss ja nicht großartige Umbauten im Haus vornehmen, man kann einen Fahrstuhl außen anbauen und dann ist das auch nicht so teuer. Wir wissen nicht, wer sich diese Summe ausgedacht hat. Hier war keiner vom Bauamt und hat sich das angesehen – und wir haben ja immer gesagt: „Kommen Sie in die Stille Straße! Machen Sie sich selbst ein Bild!“ Und, wie gesagt, diejenigen, die hier waren, wissen, dass das Haus nicht in sich zusammen fällt. Ich finde es unverantwortlich, dass solche Summen öffentlich gehandelt werden, ohne dass es eine wirkliche Kostenschätzung gibt.

Was halten Sie von der Aussage, der Bezirk könne sich in dieser teure Gegend keine Jugendstilvilla leisten?

Das habe ich ja noch gar nicht gehört. Eine Jugendstilvilla? Meines Wissens wurde das Haus in den dreißiger Jahren gebaut. Jugendstilvilla klingt ja mächtig nach Luxus und Denkmalschutz. Also das Haus steht weder unter Denkmalschutz noch ist das im Jugendstil erbaut, wer das gesagt hat, kennt das hier wohl nicht.

Wie soll es nun weitergehen?

Wir werden weiter kämpfen und lassen uns von all dem nicht beirren. Wir haben ein volles Programm – unsere Kurse finden weiter statt – und wir setzen die Besetzung weiter fort. Irgendwann müssen wir ja auch mal was vom Bezirksamt hören. Da wir so viel Solidarität erfahren, müssen wir einfach weiter machen, denn wir wollen uns ja auch selbst im Spiegel angucken können… also: wir haben einen langen Atem.

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