Fraktionsreport 05/2025
Zweite Badestelle am Weißen See
Der Weiße See ist einer der wichtigsten Erholungsorte in Pankow. Gerade an heißen Sommertagen suchen viele Pankower*innen Abkühlung und Erholung. Doch bislang gibt es nur eine einzige, kostenpflichtige Badestelle, die erst ab 18 Uhr ein vermeintlich günstiges Kurzbaden ermöglicht. Für Familien, Alleinerziehende und Menschen mit geringem Einkommen ist dieses Angebot unzureichend. Die Folge: Immer mehr Menschen weichen auf illegale Badestellen am Ufer aus. Dem ist aber nicht nur mit restriktiven Maßnahmen wie Ordnungsamtkontrollen und neuerdings Hecken beizukommen, sondern man muss den Menschen auch Alternativangebote machen. Wenn es keine ausgewiesene und gesicherte zweite Bademöglichkeit gibt, weichen viele Menschen aufs Wildbaden aus – häufig ohne Aufsicht, Rettungsmöglichkeiten oder geeignete Zugänge mit erheblichen Gefahren für die Badegäste selbst und mit Schäden an der sensiblen Uferzone.
Unsere Fraktion hat deshalb einen Antrag eingebracht, der das Bezirksamt ersucht zu prüfen, wie eine zweite Badestelle am Weißen See eingerichtet werden kann. Diese soll insbesondere sozialverträgliches Kurzbaden ermöglichen, gleichzeitig aber auch für mehr Sicherheit sorgen und den restlichen Teil des Sees vor Übernutzung schützen. Wichtig ist uns zudem, dass die Betreiber*innen des Strandbads und die Berliner Bäderbetriebe in diesen Prozess einbezogen werden.
Der Antrag wurde bereits im Ausschuss für Soziales, Senior*innen und Gesundheit positiv beschlossen. Der Ausschuss hat in seiner Begründung hervorgehoben, dass das Anliegen, eine Kurzbademöglichkeit insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen zu schaffen, sozialpolitisch sinnvoll ist. Damit wird unterstrichen, dass das Thema weit über Freizeitfragen hinausgeht: Es geht um soziale Teilhabe und den gleichberechtigten Zugang zu öffentlicher Infrastruktur.
Aktuell liegt der Antrag im Ausschuss für Klimaschutz, Grünanlagen, Spielplätze, Umwelt und Natur. Dort soll er im November beraten und beschlossen werden. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Mehrheit den Antrag wahrscheinlich ablehnen wird. Stattdessen ist ein Alternativantrag geplant, der sich lediglich damit befasst, wie das bestehende Strandbad günstiger genutzt werden kann. Das eigentliche Ziel – eine zweite offizielle und kostenfreie Badestelle – bliebe damit unberücksichtigt.
Wir halten fest: Eine zweite Badestelle am Weißen See entspricht einem klar artikulierten Bedürfnis der Pankower Bevölkerung. Angesichts des Klimawandels, steigender Hitzetage und wachsender sozialer Ungleichheit ist die Forderung aktueller denn je. Abkühlung darf kein Luxus sein – sie muss für alle erreichbar, sicher und naturverträglich sein. Unsere Fraktion wird sich daher weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Schwimmen im Weißen See für alle möglich ist und zugleich die Natur geschützt wird.

