Fraktionsreport 06/2025
"Wir wollen rein!"
„Wir wollen rein, wir wollen rein!” riefen die Grundschülerinnen und -schüler der Grundschule am Weißen See. Am 3. November hatten sie sich im Rahmen einer Kundgebung vor ihrem eigentlichen Schulgebäude in der Amalienstraße versammelt, auch verschiedene Medienvertreter*innen waren gekommen. Grund hierfür war der erneut kurzfristig verschobene Einzugstermin, der für die Herbstferien geplant war. Dass Kinder dafür protestieren, IN eine Schule zu können, ist eher ein ungewöhnlicher Vorgang, aber mehr als verständlich: Seit 2018 harren rund 430 Schüler*innen der Grundschule im Ausweichgebäude in der Falkenberger Straße aus, für das ursprünglich ein Abriss geplant war! Entsprechend dürfte es sich anfühlen, dort unterrichtet zu werden. So ist beispielsweise das gesamte Erdgeschoss gesperrt, da dort die derzeitigen Anforderungen an den Brandschutz nicht erfüllt sind, wie aus unserer kleinen Anfrage Ende September hervorging.
Aber auch der längere Schulweg von knapp 1,7 km stellt eine Herausforderung dar. Für viele Eltern ist dies ein großer Umstand, denn ein längerer Schulweg nimmt viel Zeit in Anspruch und die Kinder können aufgrund der Entfernung den Schulweg länger nicht eigenständig gehen.
Besonders verärgert zeigten sich viele Eltern über die schlechte Kommunikation seitens des zuständigen CDU-Stadtrats über die erneute Verschiebung des geplanten Einzugstermins, der mittlerweile zum 5. Mal verschoben wurde und für die Herbstferien vorgesehen war. Mitte September wurde dies, was sicherlich deutlich vorher klar gewesen sein dürfte, in einem Schreiben an die Schule mitgeteilt. Die Umzugsvorbereitungen liefen zu dem Zeitpunkt bereits und die Klassenzimmer in der Falkenberger Str. waren schon ausgemistet - ein Umstand, bei dem die gesamte Schulgemeinschaft involviert war.
Genannte Gründe für die Verzögerung sind seitens des Bezirksamtes u.a. massive Lieferengpässe – etwa bei Fenstern, Türen, technischen Anlagen oder Bodenbelägen –, witterungsbedingte Verzögerungen, krankheitsbedingte Ausfälle, unzuverlässige Fachfirmen und wiederholte Vandalismusschäden auf der Baustelle. Hinzu kommen vergaberechtliche Schwierigkeiten mit der Ausschreibung einzelner Leistungen. Ob sich der nun versprochene Einzugstermin im ersten Quartal rund um Ostern erfüllen wird, dürfte unter diesen Umständen fraglich sein.

