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Fraktionsreport 05/2026

Mögliche Hochhäuser an der Ecke Greifswalder / Storkower Straße.

Kiezversammlung: Gemeinsam für ein lebenswertes Mühlenviertel

Stefan Jagla, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Wie können Anwohnerinnen und Anwohner die geplanten Bauvorhaben im Mühlenviertel und Thälmannpark mitgestalten? Rund 25 Menschen kamen am 30. Juli in der KulturMarktHalle zusammen, um über die Gründung einer Bürgerinitiative zu beraten. Ziel ist es, die jüngst bekannt gewordenen Pläne zum Bau mehrerer hochpreisiger Hochhäuser rund um den S-Bhf. Greifswalder Straße zu verhindern oder zumindest zu korrigieren.

Wie erfolgreiche Kiezmobilisierung aussehen kann, berichteten drei Vertreter*innen des Vereins für Lebensqualität an der Michelangelostraße e.V. Der 2015 gegründete Verein hatte sich gegen einen Plan zur Nachverdichtung durch ursprünglich 2.700 Wohnungen organisiert. Nach einer Unterschriftensammlung mit rund 1.600 Unterstützer*innen und mehreren Runden am Runden Tisch konnte die Zahl der geplanten Wohnungen auf 1.200 reduziert werden. Die Erfahrungen zeigen: Hartnäckige Organisierung und öffentlicher Druck können Bauvorhaben verändern.

Auch im Mühlenviertel gibt es bereits erste Aktivitäten. Engagierte Anwohner*innen haben in der Greifswalder Straße 87 und 88 Fragebögen verteilt, um Meinungen zu den Bauvorhaben zu erheben. Die bisherigen Antworten zeigen klare Prioritäten: mehr Arztpraxen, ausreichend Parkplätze, keine Mieterhöhungen und bei Neubauvorhaben ein verbindlicher Anteil an Sozialwohnungen. Die Skepsis gegenüber dem Investor Prius AG ist hoch.

Neubau darf nicht gegen die Interessen der bestehenden Nachbarschaft durchgesetzt werden. Wenn gebaut wird, müssen Schulen, Kitas, Grünflächen, Supermärkte und medizinische Versorgung mitwachsen. Ebenso müssen Fragen zu wegfallenden Parkplätzen, möglichen Auswirkungen auf die Gebäude in der Greifswalder Straße und den derzeitigen Bodenuntersuchungen transparent beantwortet werden.

Unser Fraktionsvorsitzender Maximilian Schirmer, der durch den Abend moderierte, machte klar, dass die Linksfraktion Pankow beratend unterstützen und offene Fragen in die BVV tragen kann. Zugleich braucht es aber eine starke, eigenständige Organisierung im Kiez. Ein harter Kern an Aktiven, die durch Aktionen wie Unterschriftensammlungen weitere Nachbar*innen gewinnen können, schien sich gegen Ende des Abends zu formieren. Sie eint das Ziel: Keine Hochhausbauten ohne unsere Mitsprache!

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