Fraktionsreport 05/2026
Rechtsextremisten trainieren weiter auf Pankows Sportstätten
Seit Jahren gibt es Hinweise darauf, dass rechtsextreme Gruppen Pankower Sportanlagen für Kampfsporttrainings nutzen. Bereits 2024 hat die Linksfraktion Pankow mit einer Kleinen Anfrage nach den Maßnahmen des Bezirksamts gefragt und anschließend konkrete Schritte wie bessere Schulungen des Sportanlagenpersonals, eine Anpassung der Nutzungsordnung und ein konsequentes Vorgehen gegen rechtsextreme Gruppen gefordert. Der Antrag wurde von der BVV beschlossen.
Auch Ende 2025 haben wir in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Schul- und Sportausschusses erneut nachgehakt. Das Bezirksamt verwies weiterhin auf Kontrollen und bestehende Regelungen. Wir bezweifelten jedoch damals bereits, dass diese Maßnahmen ausreichen, um eine dauerhafte Nutzung der Sportanlagen durch rechtsextreme Strukturen zu verhindern.
Nun zeigt sich, dass in den vergangenen Monaten erneut bekannte Rechtsextreme auf der Sportanlage Rennbahnstraße beobachtet wurden. Auch im Kissingenstadion fanden entsprechende Trainings statt. Die taz berichtet zudem über weitere Hinweise auf rechtsextreme Kampfsportaktivitäten in Pankow.
Das ist eine Entwicklung, die wir sehr ernst nehmen. Kampfsport dient innerhalb der rechtsextremen Szene nicht nur der körperlichen Fitness, sondern auch der Vernetzung, Organisierung und Vorbereitung von Gewalt gegen Andersdenkende. Öffentliche Sportanlagen dürfen solchen Strukturen keinen Raum bieten.
Daher braucht es aus Sicht der Linksfraktion Pankow mehr als Kontrollen und den Verweis auf bestehende Regeln. Wenn sich bestätigt, dass bekannte Rechtsextreme erneut regelmäßig Pankower Sportanlagen nutzen, muss das Bezirksamt alternative Maßnahmen ergreifen und Konsequenzen ziehen. Dazu gehört für uns auch die Frage, ob bestehende Nutzungsverträge verlängert werden sollten und ob die Räume künftig anderen Sportvereinen zur Verfügung gestellt werden können, damit rechtsextreme Strukturen keine Chance haben.
