Fraktionsreport 03/2026

Kellerbrand in der Stargarder Straße – Gas, Wasser und Strom kehren zurück, aber nicht alle Mieter*innen

BV Maria Bigos

Wir erinnern uns: Am 24. Januar brannte es im Keller eines Miethauses in der Stargarder Straße. In der Folge gab es im gesamten Gebäude keinen Strom, kein Wasser und keine Heizung. Rund 120 Mieter*innen wurden wohnungslos – mitten im Winter. Auch zwei alteingesessene Gewerbe waren geschlossen. Die Reparaturmaßnahmen wurden ständig verschoben – eine Hinhaltetaktik, um Wohnraum für Spekulation frei zu machen. Denn die meisten Mieter*innen haben nur befristete Verträge und die Wohnungen werden mehrheitlich teilmöbliert zu horrenden Summen angeboten. 

Mittlerweile mehrt sich der Verdacht, dass das Gebäude einer sogenannten Investoren-Holding gehört – eine professionelle Struktur aus mehreren Gesellschaften, die nur der Gewinnmaximierung durch Steuervermeidung dient. Sie agieren auf mehreren Ebenen, um die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse zu verschleiern und sind damit rechtlich schwer zu greifen. Gerade deshalb ist gemeinsamer Widerstand so wichtig. 

Im Falle der Stargarder Straße hat der politische und öffentliche Druck dazu geführt, dass die Versorgung wiederhergestellt wurde. Es ist jedoch nur ein Etappensieg. Die Mieter*innen konnten Anfang April in ihre Wohnungen zurückkehren. Aufgrund der Zermürbung und weiterhin intransparenten Kommunikation sind aber zwischenzeitlich einige, darunter auch viele langjährige Mieter*innen, ausgezogen. Es ist ein erheblicher Leerstand entstanden und die Verunsicherung unter den verbliebenen Mieter*innen bleibt bestehen.

Der Kampf verlagert sich also auf die Frage, wie mit dem zunehmenden Leerstand umgegangen werden kann. Wir stehen weiterhin entschieden und fest an der Seite unserer Nachbar*innen und setzen uns für stabile Nachbarschaften ein, in denen wir aufeinander zählen können und nicht auseinandergetrieben werden.